Eningen / JÜRGEN HERDIN  Uhr
Stress schwächt und sorgt für jede Menge Frust. Dies war das Schwerpunktthema des Gesundheitstags, an dem die Besucher zahlreiche Tipps für Strategien gegen die tägliche Belastung bekamen.

Barbara Dürr als Hauptorganisatorin freut's: 32 Aussteller waren gekommen, vom Deutschen Roten Kreuz bis hin zu Orthopäden und Heilpraktikern. Kissen zum Stress-Abbau waren gestern in der HAP-Grieshaber-Halle ebenso zu haben wie die unterschiedlichsten Wellness-Tipps samt -Angeboten.

Im Vereinsheim des TSV Eningen, gleich gegenüber, ging's um so wichtige Themen wie "Erschöpfung und ihre körperlichen und seelischen Folgen" oder die Frage, was mit Kindern und Jugendlichen geschieht, wenn sie merklich überfordert sind. Die Gemeinden Eningen, Hohenstein und Hülben wurden im Rahmen des Modellprojekts "Gesunde Gemeinde - gesunde Stadt im Landkreis Reutlingen" zertifiziert. Und alle drei Arbeitskreisleiter der Gemeinden waren sich im Anschluss an die Zertifizierung einig, dass sie ihre gesundheitlichen Aktivitäten in Zukunft bündeln wollen. Und nun hat gestern der Gesundheitstag, es ist schon der fünfte, wieder eine Menge dazu beigetragen, Tipps und Anregungen zu geben, wie mit Stress, Burnout und all seinen Symptomen umgegangen werden kann.

Monika Firsching, Gesundheitsplanerin im Kreisgesundheitsamt, sie war in Vertretung von Landrat Thomas Reumann gekommen, eröffnete am Sonntag das Treffen. Dies zusammen mit Dr. Barbara Dürr, die nicht nur für die Gesamtorganisation sprach, sondern auch als Stellvertreterin von Bürgermeister Alexander Schweizer. "Stresserkennung und Stressabbau", das ist ein weites Feld, "die Krankheit der modernen Zeit", so Firsching. Die Veranstaltung informiere über Bewältigungsstrategien, so auch für den Fall, "dass der Alarmzustand bereits zum Normallfall" geworden sein sollte.

Und Barbara Dürr weiß als Ärztin und von ihren Kollegen, "dass es ja manchmal nur Minuten dauert, um Stress abzuarbeiten." Aber sie weiß auch, dass psychische Erkrankungen und Nervenkrankheiten mittlerweile der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit sind.

Anschließend ging es zum großen Rundgang in der Halle, wobei auch der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Keppeler und Friedmann Salzer als Geschäftsführer der Kreiskliniken GmbH mit von der Partie waren. Sie trafen auf Heilpraktiker ebenso wie Physiotherapeuten, Ernährungscoaches wie auch auf Ergotherapeuten. Selbstverständlich war auch das Gesundheitsforum Eningen vertreten. Der Verein hat mittlerweile 70 Mitglieder. Das Gesundheitsforum bietet regelmäßig Fachvorträge und andere Info-Veranstaltungen an.

Die Diakonie Sozialstation Pfullingen-Eningen war auch präsent, Sanitätshäuser, Logopäden, das Eninger Seniorenzentrum St. Elisabeth, das Gesundheitsamt Reutlingen, die Universität Tübingen und die AOK.

Selbst "Herzkissen" waren zu erstehen, mit dabei waren auch Anne Fechner, die "Oasen für die Seele" anbietet, und Eva Wörn, die ein "Atelier Erfolg und Wellness" betreibt. Ob Kräutercremes und Badezusätze hilfreich sind, oder eine besondere Art der Zahnreinigung? Auch die Anbieter an diesen Ständen sind davon überzeugt.

Nicht nur peripher bei der Stressbewältigung sinnvoll, sondern ganz wichtig sind t Tanz und Bewegung. Dazu hatte die Physiotherapeutin Beate Simon zum Mitmachen eingeladen. Bei Jenny Seemüller und Karin Aulwurm gab es Yoga. Und die Heilpraktikern Gabriele Neuenfeld setzt bei Stress auf Gehirn-Training.

Entspannungstechniken an sich selbst ausprobieren konnten die Gesundheitstags-Besucher bei Brigitte Werz, die Sport- und Gymnastik-Lehrerin beim TSV Eningen ist. Wie überhaupt der gesamte Verein erneut mit großem Engagement mitgewirkt hat. Der TSV hatte vor der Halle zudem für Bewegungsangebote mit Spielgeräten gesorgt. Bei rund acht Grad Außentemperatur hielt das Hartgesottene nicht ab.