Bei "One touch of Venus", "Copacabana" und "Paradise of Pain" strömten jeweils 2000 und mehr Besucher in die Wittumhalle und machten die Aufführungen zu einem großen Erfolg. Am Freitag, Samstag und Montag (jeweils um 20.30 Uhr) bringt die Musical-AG nun mit "Jekyll & Hyde" einen Musical-Thriller auf die Bühne der Wittumhalle. Der Dettinger Michael Manz steht als Leiter der Musical-AG für die erfolgreiche Musicalgeschichte im Reutlinger Nordraum. Manz spricht im Interview mit unserer Zeitung über das bevorstehende Musical, die Hintergründe und die außergewöhnliche Geschichte der Musical-AG.

Michael Manz, wie aufwendig ist es denn, im schulischen Rahmen eine so große Musical-Aufführung zu stemmen?

MICHAEL MANZ: "Wir haben eine Vorlaufzeit von einem Jahr. Von der Auswahl des Stücks bis zur Aufführung ist viel Arbeit zu leisten. Wir stecken in der Endphase der Vorbereitung, das heißt, dass ich derzeit mit meiner Frau, die für Regie und Choreografie zuständig ist, jeden Abend bis spät in die Nacht bei Probenarbeiten beschäftigt bin.

Welcher personelle Aufwand steckt hinter einem solchen Musical?

MICHAEL MANZ: "Wir haben 50 Akteure auf der Bühne, ein 35-köpfiges Orchester, 20 Personen im Bereich des Bühnenbilds und der Technik, also insgesamt rund 100 Personen im Einsatz."

Welcher pädagogische Anspruch steckt hinter einer derartigen Aufführung?

MICHAEL MANZ: "Wir wollen stets eine professionelle Aufführung auf die Bühne bringen. Dafür arbeiten Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und auch Eltern mit großer Motivation. Die Beteiligten bringen Fähigkeiten und Begabungen in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz: im Chor, Orchester, Tanz, beim Bühnenbild, in der Licht- und Tontechnik - im Interesse eines gemeinsamen Projektes. Eine erfolgreiche Aufführung ist für alle Beteiligte ein einmaliges und bleibendes Ereignis."

Wie kam es denn zur Gründung einer Musical-AG am BZN-Gymnasium?

MICHAEL MANZ: "Wir haben 1999 aus einem Klassenprojekt heraus den Schwerpunkt in Musical-Aufführungen gesetzt. Nach Kindermusicals wie Leben im All oder Alice im Wunderland kam es dann 2006 mit One Touch of Venus zur ersten großen Musicalaufführung. Bei unserem letzten Musical (Paradise of Pain) hatten wir dann mit 2400 Besuchern einen ganz großen Erfolg zu verzeichnen."

Der Erfolg hat sich dann auch in der Auszeichnung mit Preisen gezeigt

MICHAEL MANZ: "Ja, wir haben beim Europäischen Jugendmusical-Festival in Herxheim mehrfach Preise für Hauptrollen, Bühnenbild, das Orchester und den besten Sänger erhalten. Beim ImPuls-Wettbewerb des Kultusministeriums Baden-Württemberg wurden wir ebenfalls Preisträger und hatten beim Kulturfestival einen Auftritt vor dem Neuen Schloss in Stuttgart."

Wie preisverdächtig ist denn das neue Musical?

MICHAEL MANZ: "Wir sind mit Jekyll & Hyde zusammen mit sieben anderen Schulensembles des Landes für den Lotto-Musikpreis nominiert worden. Deshalb wird eine fachkundige Jury nach Reutlingen kommen, um unsere Aufführung nach zahlreichen Qualitätskriterien in den Darbietungsformen Musik, Gesang, Schauspiel und Tanz zu beurteilen. Der beste Lohn aber wäre eine volle Wittumhalle an den drei Abenden."

Welche Reize stecken hinter dem neuen Musical "Jekyll & Hyde"?

MICHAEL MANZ: "Das Musical hat wenige Spielszenen, ist durchgängig komponiert - eine Herausforderung für alle Beteiligte. Hinter Jekyll & Hyde steckt die Geschichte eines jungen Arztes, der versucht, mit Medikamenten das Gute und Böse im Menschen zu trennen. Er versetzt London mit Morden in Angst und Schrecken. Ein tragisches Ende ist vorgezeichnet."

Wo steht "Jekyll & Hyde" im Vergleich zu den bisherigen Musicals?

MICHAEL MANZ: "Mit Jekyll & Hyde wollen wir einen Kontrast zu unseren vorangegangenen Produktionen schaffen, nach dem glitzernden Showstück Copacabana und der skurrilen Verwechslungskomödie Paradise of Pain steht jetzt ein hochspannender Thriller an."