Reutlingen / Von Ralph Bausinger  Uhr
Der Vorgang ist laut Baubürgermeisterin Ulrike Hotz für alle Seiten ärgerlich: Der erst im Januar 2018 eingeweihte Theaterneubau muss für fast eine halbe Million Euro saniert werden.

Anfang Juni hatte Katja Büchel den Mitgliedern des Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss erstmals über die Schäden am Dach des Theaterneubau berichtet, nun gab es zusätzliche Informationen zu Ursache, Kosten und Zeitplan. Die Leiterin des Reutlinger Gebäudemanagements rechnet derzeit mit Kosten von 480 000 Euro.

Hiobsbotschaft für Reutlingen: Am Tonne-Neubau, der im Januar 2018 eingeweiht wurde, gibt es bereits Schäden. Die Spiegelfassade erhitzt sich bei Sonneneinstrahlung zu stark.

Bei Wartungsarbeiten auf dem Dach des vor eindreiviertel Jahren fertiggestellten Theaterneubaus waren Veränderungen an der Dachhaut festgestellt worden. Verantwortlich für die Schäden am über 10,5 Millionen Euro teuren Bauwerk sei, so Büchel, die gefaltete Spiegelfassade. Diese erzeugt einen Lupeneffekt, welcher an bestimmten Punkten den Dachaufbau so stark erhitzt, dass sowohl die Dämmschicht als auch die bituminösen Abdichtungsbahnen Schaden genommen haben. Insgesamt 20 Prozent der Dachfläche seine betroffen. Dank einer schnellen Reaktion und zusätzlicher Abdichtungsschichten sei es immerhin gelungen, die Ausweitung der Schäden auf die Innenräume zu verhindern.

Teil der Fassade wird abgebaut

Was ist jetzt zu tun? Zunächst muss ein Gerüst gestellt und ein Teil der Spiegelfassade abgebaut werden. Eine zusätzliche Kiesschicht soll dann, sagte Büchel, die Dachhaut besser vor der starken Hitzeentwicklung schützen. Der Beginn der Arbeiten verschiebt sich nach hinten, da bei der ersten Ausschreibung keine Angebote eingegangen waren. Jetzt liegen Angebote vor.

Planungsfehler der h.s.d.-Architekten

Das Gebäudemanagement geht derzeit davon aus, dass sie voraussichtlich von Mitte August bis Mitte Oktober andauern. Der Bauablauf werde jetzt möglichst eng mit den Verantwortlichen des Theaters Die Tonne abgestimmt, um die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten.

„Der Schaden wird jetzt bei den Architekten geltend gemacht“, sagte Baubürgermeisterin Ulrike Hotz in der öffentlichen Sitzung. Aus Sicht der Stadtverwaltung handelt es sich um einen Planungsfehler der h.s.d.-Architekten aus Lemgo.

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Vogelschlag ist kein Thema

Nach Überzeugung von Roland Herdtfelder (NABU) stellten die an der Spiegelfassade angebrachten Streifen einen  ausreichenden Schutz gegen Vogelschlag dar, beantwortete Katja Büchel vom Gebäudemanagement eine Anfrage des Grünen-Stadtrats Holger Bergmann. Dazu passe auch, dass bei Begehungen keine Spuren von Vogelschlag an der Fassade gefunden worden sind. rab