Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hat eine bundesweite Antikörperstudie zur tatsächlichen Verbreitung von Infektionen mit SARS-CoV-2 gestartet. Der Landkreis Reutlingen wird dabei Pilotregion.

Bereits mögliche Immunitäten nachweisen?

Aufgrund milder und asymptomatischer Infektionsverläufe vieler COVID-19-Fälle lässt sich die Anzahl der Menschen, die tatsächlich eine Infektion mit dem Coronavirus hatten oder haben, nicht genau abschätzen. Außerdem gibt es bislang keine ausreichenden Daten, wie viele Personen in Deutschland bereits eine mutmaßliche Immunität gegen SARS-CoV-2 aufgebaut haben. Bei der Beurteilung und Prognose des weiteren Verlaufs der Pandemie spielen diese Daten allerdings eine wichtige Rolle.

Der Landkreis Reutlingen als Pilotregion

Vor diesem Hintergrund führt das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung ein bundesweites Projekt für Antikörpertests im Landkreis Reutlingen durch. Mit dem Projekt soll das Wissen über die tatsächliche Verbreitung von Infektionen mit SARS-CoV-2 und entsprechender Immunität in verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Deutschland im Zeitverlauf verbessert werden. Damit könnte auch eine Grundlage für Handlungsempfehlungen geschaffen werden, wie die aktuelle Corona-Pandemie in Deutschland effektiv eingedämmt und gleichzeitig das öffentliche Leben so weit wie möglich normalisiert werden kann.

Teststation auf dem Parkplatz des alten Paketpostamts

Der Landkreis Reutlingen wurde ausgewählt, weil die Region durch städtische und ländliche Bereiche geprägt ist. Die Stadt Reutlingen stellt für die Testungscontainer das Parkplatzgelände am alten Paketpostamt zur Verfügung. „Unser städtisches Paketpost-Areal ist hervorragend für diese bedeutende Studie geeignet, weil es gut zu erreichen ist - zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto oder dem Bus.,“ so Oberbürgermeister Thomas Keck.

Beginn ab dem 1. Juli

Der Landkreis Reutlingen hat jetzt einen Kooperationsvertrag mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung abgeschlossen. Ab dem 1. Juli wird auf dem ehemaligen Paketpostgelände das Testzentrum durch die Johanniter-Unfall-Hilfe betrieben.

Größte außeruniversitäre Wissenschaftsorganisation


Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) im niedersächsischen Braunschweig gehört der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der größten außeruniversitären Wissenschaftsorganisation Deutschlands, an. Das HZI hat die Studie konzipiert (Studienleitung Prof. Dr. G. Krause) und ist mit Beteiligung des Kreisgesundheitsamtes verantwortlich für die Planung, Durchführung und Auswertung. Die Studienteams bestehen aus hierfür geschultem Personal des HZI und der Johanniter. Die Laboruntersuchungen finden zunächst alle zentral in einem Labor statt und werden dann zur Bestätigung und für weiterführende Analysen im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und am Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI) untersucht.