Tunnel Teilweise fehlen Hinweise auf den Tunnel

Der VCD krisitisiert, dass im Westen (B28 von Tübingen her) und Norden (B464 von Stuttgart) elektrische Hinweisschilder auf den Tunnel fehlen.
Der VCD krisitisiert, dass im Westen (B28 von Tübingen her) und Norden (B464 von Stuttgart) elektrische Hinweisschilder auf den Tunnel fehlen. © Foto: Foto: VCD
Reutlingen / swp 27.10.2017

Wenige Tage vor Eröffnung des Scheibengipfeltunnels müsse er als regionaler VCD-Vertreter erstaunt feststellen, dass die Stadt und RP offensichtlich nur 50 Prozent der Kapazität des Scheibengipfeltunnels zur Verringerung der verkehrsbedingten Luftbelastung in der Innenstadt nutzen werden“, schreibt Florian Müller. Während die Umfahrung durch den Tunnel in Fahrtrichtung Süd-Nord ausgeschildert wird, soll der Verkehr aus Westen (B28 von Tübingen) und Norden (B464 von Stuttgart) nach wie vor durch die Innenstadt geführt werden. An beiden Ortseinfahrten seien keine elektronischen Wechselwegweiser installiert worden, die Voraussetzung für eine Umfahrung durch den Tunnel gewesen wären.

Auch nach der Klage der DUH und dem Urteil des Verwaltungsgerichts Sigmaringen vom 22. Oktober 2014 sei die Stadt Reutlingen nicht in der Lage, den zum Schutz der menschlichen Gesundheit geltenden EU-Immissionsgrenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter für Stickstoffdioxid (NO2) an der Lederstraße einzuhalten. Leider setze die Stadt primär auf „weiche“ Maßnahmen, die nur auf eine Veränderung des Verkehrsverhaltens der Autofahrer setzen und die bestenfalls langfristig wirksam würden.

„Nachdem die Stadtverwaltung bei der Verbesserung der Verkehrs- und Umweltsituation jahrzehntelang auf die Eröffnung des Scheibengipfeltunnels verwiesen hat, lässt eine zeitnahe Umsetzung von effektiven Maßnahmen zur Einhaltung der EU-Immissionsgrenzwerte immer noch auf sich warten:“ So werde sich eine spürbare Verminderung der NO2-Belastung durch ein Buskonzept (nicht vor 2020) und den Fahrrad-Masterplan (Beschlussfassung 2018, Umsetzung bis 2028) allenfalls mittelfristig einstellen. Auch die Umsetzung wirksamer Maßnahmen einer Verkehrsberuhigung in der Oststadt, werde bis heute immer wieder aufgeschoben.

Zwar setze die Stadt auf die Regionalstadtbahn, doch der für die Verkehrsbeziehung Reutlingen-Ohmenhausen wesentliche Teil werde mit Sicherheit nicht vor 2025 realisiert, und in der Innenstadt hat sich die Stadtverwaltung noch nicht einmal auf eine Linienführung geeinigt. All diese Projekte liegen damit so weit in der Zukunft, dass sie sich frühestens ab 2020 positiv auf die Luftqualität in Reutlingen auswirken dürften. Folgerichtig sind weitere juristische Schritte notwendig, damit die geforderte „schnellstmögliche“ Einhaltung der EU-Immissionsgrenzwerte sichergestellt wird. Dazu gehört nach Ansicht des VCD natürlich die Führung des Durchgangsverkehrs durch den Tunnel auch in Richtung Süden. Nur so werde sichergestellt, dass die in der 4. Fortschreibung des Luftreinhalteplans prognostizierte Minderung der NO2-Belastung von 16 Prozent durch den Tunnel eintritt.