Weindorf Tausende trotzen der Kühle

Reutlingen / Von Ralph Bausinger 26.08.2018

Die Quecksilbersäule im Thermometer erreichte am Samstagabend keine 15 Grad Celsius, zudem hatte  es den ganzen Tag über immer mal wieder geregnet. Dennoch waren  am vierten Tag des  Weindorfs freie Plätze eine absolute Rarität in den sechs Lauben. Und selbst draußen trotzten zahlreiche Besucher den eher herbstlichen Temperaturen. „Wir hatten bislang immer das Glück, dass es abends trocken war“, sagt Regine Vorher im Gespräch. Sie schätzt, dass bislang zwischen 15 000 und 20 000 Gäste den Reutlinger Herbst besucht haben. Dennoch hätte sich die Weindorf-Wirtin und -Organisatorin am Freitag- und Samstagabend gerne ein paar Plusgrade mehr gewünscht. „Wir brauchen einfach 22 Grad um 20 Uhr“, betont Regine Vohrer. Ihre neue, vergrößerte Laube sei gut bei den Gästen angekommen. „Wir können jetzt auch mehr in der Küche machen“, erzählt sie.

Rund 140 Helfer werden pro Tag auf dem Weindorf benötigt. Unter ihnen ist diesmal auch Jennifer Krüger, die wohl erste Bedienung mit somalischen Wurzeln. Die 22-jährige Studentin, die in Troisdorf bei Bonn lebt, hat den Job über ihren Freund Jonathan erhalten, der seinerseits mit Carlo Vohrer befreundet ist. Und so verbringt sie einen Teil ihrer Semesterferien beim Reutlinger Herbst, dessen gesellige Atmosphäre sie schon in den ersten Tagen schätzen gelernt hat.

Auch Anja Sommer, die gemeinsam mit ihren drei Brüdern Paul, Carl und Leon zunehmend die Verantwortung in der Familienlaube übernimmt, ist mit dem bisherigen Verlauf durchaus zufrieden. Klar, es hätte auch aus ihrer Sicht etwas wärmer sein können, aber die Gäste seien gut drauf und die Stimmung positiv. „Super gut“ bei den Gästen angekommen sei der „Avocado Lover“ – dahinter verbirgt sich bunter Quinoa, Baby-Leaf-Salat, Gojibeeren, Granatapfeldressing und Pfefferbaguette. „Das könnte ein Klassiker werden“, so die 28-Jährige. Aber auch die anderen vegetarischen Speisen würden verstärkt nachgefragt – insbesondere von Frauen. Ebenfalls gut seien, so Anja Sommer, die südafrikanischen Weine gelaufen.

Noch kürzer fällt Uwe Grauers Resümee über seine neue Laube und die bisherige Resonanz aus: „Wir sind zufrieden. Die Leute sind zufrieden. Alles gut.“

Das Weindorf verlief bislang friedlich und ohne Probleme.  Nur einmal musste, erzählt Regine Vohrer, ein Krankenwagen ausrücken, nachdem sich ein Mitarbeiter an einer Glasscherbe, die aus einem Müllsack herausragte, geschnitten hatte.

Info Das Reutlinger Weindorf ist noch bis Samstag, 1. September, täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet. Allerdings öffnen manche Lauben erst am Abend.

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