Reutlingen Tauchen, funken, Kart fahren

Begeisterte "Ahs" und "Ohs" entlockten die Cheerleader der Dancing Shoes den vielen Zuschauern mit ihrer Choreographie. Foto: Anne Leipold
Begeisterte "Ahs" und "Ohs" entlockten die Cheerleader der Dancing Shoes den vielen Zuschauern mit ihrer Choreographie. Foto: Anne Leipold
ANNE LEIPOLD 06.10.2012
Tauchen, funken, Kart fahren: In das vielfältige Vereinsangebot in der Marie-Curie-Straße konnten die Besucher bei einem "Tag des offenen Vereinsheim" reinschnuppern und sich kulinarisch verwöhnen lassen.

Mit 36 Sachen pest das Kart die Marie-Curie-Straße mit knatterndem Motorengeräusch und quietschenden Reifen in waghalsigen Kurven rauf und runter. "Das wäre noch was für uns", tuschelten zwei Familienväter begeistert vor dem gelben Absperrband, vermuteten aber, nicht mehr in das Kart zu passen, das gerade vom 13-jährigen Deniz gelenkt wurde. Hätten sie sich mit Michael Baisch, Vorsitzender des Automobilclubs Reutlingen, unterhalten, wüssten sie, dass sie in der Klasse 6 durchaus noch ins Kart hätten steigen können, so wie Jugendleiter Volker Röhm es zum Abschluss der Jugendkart-Vorführungen gemacht hat.

Bereits mit sechs Jahren dürfen die Kids ins Jugendkart, das bis zu 60 Stundenkilometer schnell ist, steigen. Auf dem Platz vor der "Kart-Challenge" in Jettenburg lernen sie die Koordination von Gas, Bremse und Lenker. "Der Umgang mit dem Fahrzeug wird von Grund auf trainiert", sagte Baisch. Gefahren werden abgesteckte Parcours aus Pylonen gegen die Zeit. Trainingssaison ist von März bis Juli, danach kommen die Wettkämpfe, 13 an der Zahl. Dass das aber kein Sport nur für Buben ist, zeigten die 23-jährige Selina Reich und Jugendtrainerin Anja Kaszun, 24 Jahre alt. Über ihre großen Brüder sind sie mit zehn und sieben Jahren zum Kartfahren gekommen. Der Reiz: Geschwindigkeit, Spaß, Geschicklichkeit und Wettkampf-Feeling. So einfach wie es aussieht, ist es aber nicht, in der Geschwindigkeit zu lenken und das bei vielen kleinen Kurven, strenge ordentlich an.

Anstrengend, aber auch außerordentlich hübsch anzusehen waren die Darbietungen der Dancing Shoes Reutlingen. Während die Minis lauter entzückte "Ohs" hervorlocken, sind es die Hebefiguren der Cheerleader, die die Zuschauer zu begeisterten "Ahs" hinreißen lassen und viel Applaus auslösen. Eine ganz heiße Sohle legten über den Nachmittag hinweg die Tänzer des Tanzsportclubs "Schwarz-Weiß" in mitunter schillernden Kostümen aufs Parkett.

Mobility, Obedience und Agility waren die Schlagworte bei den Hoppers. Vom Chihuahua bis zum Berner Sennenhund sind alle Hunderassen, auch Listenhunde, beim Hundesportverein willkommen, wie Vorsitzende Elke Calmbacher sagte. Geruchsidentifikation, Apportieren sowie ein Parcours mit Steg, Wippe, Wand, Tunnel, Slalom und Hürden überwanden die Vierbeiner vor den Augen von gut hundert Besuchern. "Die Liebe, das Tun und die Gemeinschaft mit dem Hund liegt uns sehr am Herzen."

Die Gemeinschaft ist auch bei den Funkern ein wichtiger Aspekt. Was heute das "Chatten" ist, war früher das Funken. Über Gott und die Welt in der Anonymität plaudern, Zuhörer haben, sich gegenseitig Erlebnisse anvertrauen und Freundschaften schließen, so entstand 1977 die Funkgemeinschaft Reutlingen, erzählt Ehrenvorsitzender und Mitglied der ersten Stunde, Werner Fink. Für ihre Besucher haben sie Oldtimer-Geräte aufgestellt.

Die Foto-Rallye schließlich verband alle Vereinsheime miteinander. Sie führte die Besucher auch zum Naturfreundehaus, in dem den fleißigen Bienen gleich Hotels für Wildbienen gebastelt wurden. Allerlei Infos gab es zudem bei den Tauchern. Eine Möglichkeit, nicht nur für die Besucher, hinter die Kulissen zu schauen, sondern auch Gelegenheit für die Vereine, sich untereinander besser kennen zu lernen.