Der Tag des offenen Denkmals steht unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ und musste Corona-bedingt in diesem Jahr umorganisiert werden. Die Stadtverwaltung Reutlingen bietet am Sonntag, 13. September, mehrere Führungen an.
Zu den sichtbaren Zeugen von Reutlingens großer Vergangenheit als Freie Reichsstadt zählen die heute noch präsenten Tore und Türme. Mit Fakten und anregenden Geschichten führt Werner Günthner die Gäste bei der Sonderführung „Tore und Türme“ um 13.30 und um 15.30 Uhr in einem kurzweiligen Rundgang zu den Toren und Türmen Reutlingens. Im Mittelalter haben sie sich wie eine Perlenschnur, fest eingebettet in die Stadtmauer, um die damalige Stadt mit wenigen Tausend Einwohnern gelegt.

„Der Tag des offenen Denkmals“ wurde umorganisiert

Die bis zu 800 Jahre alten Tore und Türme boten den Einwohnern in Reutlingen ganz praktisch Schutz und Sicherheit. Waren zugleich aber auch Ausdruck des Stolzes der Bürger. Von ursprünglich über 30 Türmen und Toren in der ehemaligen Reutlinger Stadtmauer sind das Tübinger Tor, das Gartentor, der Kessel- und Zwingerturm sowie der Eisturm verblieben. Jedes Tor und jeder Turm kündet von seiner ganz eigenen Geschichte und Vergangenheit.

Die Denkmale der Kaiser

Herrscherdenkmäler gibt es seit den frühen Hochkulturen der Menschheit. In der jüngeren europäischen Geschichte wurden sie auch in der Neuzeit immer wieder neu gedacht. Reutlingens Alt- und Oststadt kann mit entsprechenden Monumenten von der Zeit der Renaissance (Marktbrunnen mit Standbild Kaiser Maximilians II.) über die der Reichsgründung 1871 („Kaiserdenkmal“ in der Planie) bis hinein in die Gegenwart („Stauferstele“ beim Zeughaus) aufwarten.
Die Führung „Kaiserdenkmäler“ mit Gerald Kronberger, Mitarbeiter des Stadtarchivs Reutlingen, mit dem Titel „Staufer, Habsburger, Hohenzollern: Kaiserdenkmale einer Reichsstadt“ wird um 11 und um 14 Uhr angeboten.

Imperiale Stadtbilder

Bei einem Spaziergang zu imperialen Standbildern, Stelen und Inschriftentafeln werden die jeweiligen gekrönten Häupter als Vertreter europäischer Dynastien samt ihren Bezügen zur Stadt- und Regionalgeschichte vorgestellt. Aufgezeigt wird ein Aspekt des diesjährigen Mottos („Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“) der bundesweiten Veranstaltungen zum „Tag des offenen Denkmals“.

Info Maximal dürfen 20 Personen an den Führungen teilnehmen. Interessierte sollten sich bis spätestens Freitag, 10 Uhr, über das Kulturamt anmelden: per Mail an marilena.salonna@reutlingen.de oder telefonisch unter der Telefonnummer (071 21) 3 03 27 76. Der Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben. Der Abstand von 1,50 Meter zu anderen Personen ist zu berücksichtigen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist freiwillig.