Betzingen Tag der offenen Tür im März

Ansehnlich: Das 1727 erbaute Gehöft in der Mußmehlstraße 6.
Ansehnlich: Das 1727 erbaute Gehöft in der Mußmehlstraße 6. © Foto: Privat
SWP 31.12.2014
Die Sanierung des 1727 erbauten Gehöfts in der Betzinger Mußmehlstraße 6 macht große Fortschritte. Das Gerüst wurde wenige Tage vor Weihnachten entfernt, heißt es in einer Mitteilung des Fördervereins.

Die Betzinger kennen den früheren Lehenshof als völlig verlottertes Haus neben der vorbildlich sanierten Zehntscheuer in der Mußmehlstraße. Der Förderverein Ortskern Betzingen hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, den weiteren Verfall zu verhindern - und dies mit Erfolg, wie der Betrachter des Winkelhakenhofs, wie diese Form genannt wird, in diesen Tagen unschwer erkennen kann.

Das Betzinger Bauernhaus in der Mußmehlstraße gehört zu den typischen Vertretern des frühen 18. Jahrhunderts. Bereits die Anlage des Gehöfts als Winkelhakenhof mit giebelständig an der Straße errichtetem Wohnhaus und quer dazu im rückwärtigen Teil der Parzelle gelegener Scheune, gilt für die Denkmalschützer als regionaltypisch. Ebenso auch die Bauweise, die Grundrisskonzeption und die Gestaltung der Fassade des Hauses.

Seit etwa anderthalb Jahren ist die Sanierung des früheren Lehenshofs in vollem Gang und das Ende nun absehbar. Die Statiker hatten bei diesem Sanierungsobjekt allerdings ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Das Gehöft war ohne Fundament auf Leberkies vom Echaz-Schwemmland gebaut - kein wirklich stabiler Untergrund. Das Haus setzte sich, weshalb zur Standsicherheit ein Betonfundament eingebaut werden musste.

Zur Stabilisierung und auch im Hinblick auf die Vorgaben zur Erdbebensicherheit, die es im Erbauungsjahr 1727 schließlich noch nicht gab, mussten teilweise Eisenträger an Deckenbalken, die sich mangels Stützung bedenklich gebogen hatten, eingebaut werden.

Die Gesamtinvestition für die Sanierung und Modernisierung des Winkelhakenhofes einschließlich Scheune beläuft sich auf rund 1,3 Millionen Euro. 500 000 Euro kommen aus dem Fördertopf Stadtsanierung. Im Oktober übergaben Vertreter der Landesdenkmalstiftung Baden-Württemberg dem Betzinger Förderverein einen Scheck in Höhe von 80 000 Euro aus Mitteln der Lotterie Glücksspirale. Die Eigenmittel des Vereins machen 43 000 Euro aus - zuzüglich Eigenleistungen. Der Rest sind Darlehen, die über die Mieteinnahmen abbezahlt werden.

Im März 2015 soll das Gebäude der Öffentlichkeit an einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden; danach können die künftigen Mieter einziehen. Im Ober- und Dachgeschoss des Gebäudes, das früher von zwei Familien bewohnt war, werden künftig ein Steuerberater und eine Rechtsanwältin ihre Büros haben. Im Erdgeschoss entsteht im ehemaligen "Milchlädle" ein Geschäftsraum des Fördervereins. Der frühere Stall wird als Registraturraum umgebaut.

Info Mehr Informationen über die Sanierung des Lehenshofs gibt es im Internet unter www.betzinger-foerderverein.de.