Ein lachendes Baby, ein kuscheliger Teddybär – und vorbei brausende Lastwagen, Autos und Motorräder. Einerseits ein Widerspruch, andererseits aber auch passend. „Weil Leben schön ist“, ist auf den großformatigen Plakaten zu lesen, die seit kurzem an der Stuhlsteige stehen.

Runter vom Gas!

 „Runter vom Gas!“ lautet die Botschaft, die hier vermittelt werden soll und mit der die Stadt Pfullingen vor allem Raser ausbremsen möchte. Denn von denen, das legt die Unfallstatistik der vergangenen Jahre nahe, gibt’s hier mehr als genug.

14 Tote, 50 Verletzte

14 Tote und 50 Verletzte seit 1982: Das sind die Zahlen, die die Stadt Pfullingen auf den Plan gerufen haben und wegen derer sie beim Landratsamt und beim Polizeipräsidium Reutlingen vorstellig geworden ist. Auf der kompletten Strecke Tempo 70 auszuweisen, lautete die Forderung der Pfullinger. Bei einem Vor-Ort-Termin allerdings sahen Vertreter beider Behörden keinen Handlungsbedarf, weil sie „keine Mängel im Verkehrsraum“ finden konnten und es sich bei den Unfällen um tragische Einzelfälle gehandelt habe, die auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen seien. Immerhin gab die Verkehrskommission die Empfehlung, Schilder aufzustellen, um potenzielle Schnellfahrer zu sensibilisieren.

Behörden sehen keinen Handlungsbedarf

Eine Idee, für die der Gemeinderat in seiner Juni-Sitzung grünes Licht gegeben hat und die im vergangenen Monat auch tatsächlich umgesetzt worden ist. 2000 Euro hat das Gremium für die Warntafeln genehmigt, die nun sowohl berg- als auch talwärts dazu auffordern, auf der viel genutzten Steige, die auch noch mit Schlaglöchern gepflastert ist, Vorsicht walten zu lassen.

Schilder werden wieder abgebaut

Zwei kleinere Schilder, auf denen „Fuß vom Gas“ angemahnt wird und zwei große Tafeln mit Baby und Teddy hat die Stadt aufgestellt – wird sie aber bald auch wieder abbauen. Denn die Schilder sollen nicht permanent an der Landesstraße stehen, damit bei den Fahrzeuglenkern kein Gewöhnungseffekt entsteht.

Im Frühjahr will die Echazstadt die Schilder dann wieder anbringen lassen. Pünktlich zu Beginn der Motorradsaison – dann könnte allerdings auch die Sanierung der Steige schon in Gang gekommen sein, für die das Land mittlerweile 1,3 Millionen Euro bewilligt hat.

14


Tote und 50 Verletzte hat es seit 1982 bei Unfällen an der Stuhlsteige gegeben. Doch Landratsamt und Polizei sehen keinen Handlungsbedarf in Sachen Tempolimits.