Reutlingen Strom aus Kochsalz

Chemielehrer Stefan Hecht mit den jungen Forschern Till, Tobias und Jonas Malzacher beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht". Foto: Privat
Chemielehrer Stefan Hecht mit den jungen Forschern Till, Tobias und Jonas Malzacher beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht". Foto: Privat
Reutlingen / SWP 31.03.2012
Das Brüdertrio Jonas, Till und Tobias Malzacher vom Isolde-Kurz-Gymnasium hat beim Wettbewerb "Jugend forscht" den zweiten Platz belegt, heißt es in einer Mitteilung der Schule.

Wie kann man nach dem Vorbild der menschlichen Nervenzelle Strom er-zeugen? Dieser Frage gingen Jonas, Till und Tobias Malzacher in ihrem Projekt "VAUfA - Volt Ampere Unit für Applikationen" nach, traten beim "Jugend forscht"-Regionalwettbewerb in Künzelsau an und belegten in der Kategorie Chemie Platz zwei. Betreut wurden sie von Michael Franz und IKG-Lehrer Stefan Hecht.

Vier Monate lang forschten die drei Brüder daran, wie sie umwelt-freundlich elektrischen Strom aus Wasser und Kochsalz produzieren können. Im Schnitt zehn Stunden Arbeit pro Woche investierten sie neben Schule und Wehrdienst/Praktikum in ihr Projekt. Jonas Malzacher besucht derzeit die Klasse 11 des Isolde-Kurz-Gymnasiums, Till steckt auch am IKG mitten im Abitur und Tobias (Abi 2010) hat gerade sein Pflegepraktikum im Krankenhaus absolviert.

Mit ausgeklügeltem Versuchsaufbau und hervorragender Technik schafften sie es, in einer künstlichen Nervenzelle das erforderliche Ionengefälle und damit eine elektrische Spannung zu erzeugen.

Chemie-Lehrer Stefan Hecht war von Anfang an von der Fragestellung der Jungforscher begeistert: "Als sie auf mich zukamen, ob ich die Betreuung übernehmen würde, habe ich dies sehr gerne getan, vor allem da die drei das Projekt sehr engagiert und motiviert angegangen sind." Ingenieur und Freund der Familie Michael Franz hatte bereits vor 20 Jahren die Idee, ob man nicht das Vorbild der menschlichen/tierischen Nervenzelle zur Stromerzeugung nutzen könne. Als er den Malzacher-Brüdern von diesem Gedanken erzählte, fingen diese sofort Feuer und baten ihn, die Idee bei "Jugend forscht" umsetzen zu dürfen. "Am meisten Spaß gemacht hat mir, die Motivation und Zielstrebigkeit der Jungs zu erleben", so Franz. "Sie haben mir sogar wieder ein paar elektrochemische Zusammenhänge beigebracht."

Auch beruflich werden sich Tobias und Till vielleicht in Zukunft mit Nervenzellen beschäftigen, dann aber eher mit den menschlichen als den künstlichen. Beide wollen Medizin studieren. Jonas macht 2013 erst einmal sein Abitur. Was die Forscherambitionen der Brüder angeht, sind sie längst nicht am Ende ihrer Ideen angekommen, sondern arbeiten derzeit an einer neuen Versuchsanordnung.

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