Nachdem die Gespräche zur Manteltarifrunde für die Beschäftigten im privaten Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg vor einer Woche abgebrochen wurden, hatte am vergangene Dienstag, 29. Juni, die Urabstimmung in den Streikbetrieben begonnen, teilweise begleitet von Warnstreiks.
So legten am Donnerstag rund 400 Beschäftigte die Arbeit unter anderem im Raum Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Waiblingen nieder, am Freitag folgten Warnstreiks in Göppingen und Geislingen. Weitere Warnstreiks finden Dienstag im Reutlinger und Tübinger Stadt- und Umlandverkehr statt.

Betriebe von TüBus und RSV betroffen

Aufgerufen sind die Betriebe der RSV und von TüBus sowie die Subunternehmen Kocher, Lutz, Hahn, Schnaith und Aberle. Außerdem werden die Betriebe von Friedrich Müller Omnibus in Tübingen und Bernhausen/Echterdingen bestreikt. Es werden daher sowohl die beiden Stadtverkehre stillgelegt als auch Auswirkungen auf überregionale Verkehre zu entstehen.
Die Streikenden werden sich am Dienstagvormittag in der Zehntscheuer Reutlingen-Betzingen zur Urabstimmung versammeln. Wegen der Pandemie wird es vor Ort zwei Kundgebungen geben 08:30 Uhr (Reutlinger Betriebe) und 10:00 Uhr (Tübinger Betriebe).
Hanna Binder, ver.di Verhandlungsführerin: „Die Fahrerinnen und Fahrer in den Streikbetrieben stehen zu hundert Prozent hinter den Forderungen. Die Beteiligung an den Warnstreiks ist groß, die Enttäuschung über ihre Arbeitgeber auch. Wir sind jederzeit bereit, weiter zu verhandeln. Die Arbeitgeber müssen einfach an den Verhandlungstisch zurückkehren. Aber klar ist auch: Ohne ein ernsthaftes Angebot für die Bezahlung der Standzeiten wird es keine Lösung geben.“
Inzwischen haben die Arbeitgeber einer Sondierung über einen möglichen weiteren Verhandlungsverlauf zugestimmt, als Termin wurde der 12. Juli festgelegt.
ver.di fordert, dass während einer Dienstschicht nur die nach Arbeitszeitgesetz vorgeschriebenen Pausenzeiten unbezahlt bleiben. Die Arbeitgeber bestanden in den Verhandlungen darauf, dass mehr als das Vierfache der gesetzlichen Pausenzeiten unbezahlt bleiben kann. So wäre es weiterhin möglich, dass von mehr als acht Stunden Schichtzeit nur sechs Stunden bezahlt werden, ebenso wären mehr als zwölf Stunden Schichtzeit bei lediglich neun Stunden bezahlter Arbeitszeit möglich.