Auch wenn momentan weit weniger Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind als in Nicht-Corona-Zeiten – die Sperrung von zwei Albaufstiegen bei Pfullingen und Eningen gleichzeitig dürfte so manchen Autofahrer in Bedrängnis bringen. Zum einen ist die Eninger Steige seit Anfang dieser Woche wieder dicht, zum anderen beginnt in einigen Tagen die Sanierung der Stuhlsteige, die schon seit längerem geplant ist – und auf die die Pfullinger sehr gedrängt haben.

Ab 27. April ist die Stuhlsteige dicht

Ab Montag, 27. April, beginnen die Bauarbeiten auf der Landesstraße L 382, der Stuhlsteige, auf einer Gesamtlänge von rund drei Kilometern zwischen Pfullingen und Sonnenbühl-Genkingen, hat das Landratsamt am Dienstag mitgeteilt. Im Zuge der Bauarbeiten werden mehrere Setzungen im Fahrbahnrandbereich saniert. Zum Schutz des Verkehrs vor herabfallendem Hangschutt wird auf der Landesstraße auf einer Länge von rund 120 Metern eine Betongleitwand aufgestellt. In einem weiteren Bereich, heißt es in der Mitteilung, wird eine Schwerlastmauer zur Hangsicherung auf einer Länge von rund 25 Meter gebaut. Etwas mehr als ein Monat ist für die Sanierung eingeplant, die den Pfullingern auch deshalb so wichtig ist, weil die Straße als Unfallschwerpunkt gilt. Vier Tote und 13 Verletzte waren es zwischen 2016 und 2019, 14 Tote und 50 Verletzte gab es hier laut Stadt Pfullingen seit 1982. Weil das Landratsamt im vergangenen Jahr nicht zu weiteren Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Stuhlsteige zu bewegen war, sind die Pfullinger mittlerweile selbst aktiv geworden. Im vergangenen Jahr hat die Stadt großformatige Warntafeln aufbauen lassen, mit denen zu langsamerem Fahren aufgefordert wird.

Nun wird die Steige vom 27. April bis 29. Mai saniert. Für diese Zeit wird die L 382 zwischen Pfullingen und Sonnenbühl-Genkingen voll gesperrt. Die überörtliche Umleitung erfolgt in beiden Richtungen über die L 230 (Gönninger Steige), weiter auf die L 383 und die K 6729 (Gönninger Straße).

Arbeiten dauern bis Mitte Juli

 Das Regierungspräsidium Tübingen hat indes mitgeteilt, dass die Sanierungsarbeiten an der Eninger Steige zwischen Eningen und Würtingen im Verlauf der L 380 nach der Winterpause ab sofort weitergeführt wird. Schon im vergangenen Jahr hatte man den unteren und mittleren Bereich des Albaufstiegs erneuert. Der Abschluss der nun weitergehenden Arbeiten ist für Mitte Juli vorgesehen.

Die Bauarbeiten werden jetzt in zwei weitere Bauphasen unterteilt. Bis 27. April wird der Fahrbahnbelag von der westlichen Zufahrt Eninger Weide bis auf Höhe des Parkplatzes „Würtinger Sträßle“ auf der Albhochfläche auf einer Länge von ungefähr 600 Metern erneuert.  In diesem Zeitraum sind der Waldkindergarten, das Schafhaus, das Wanderheim und die Eninger Weide sowie die Erddeponie Renkenberg nur von Eningen aus erreichbar. Wobei die Zufahrt zum Naherholungsgebiet eh wegen der Corona-Maßnahmen seit vergangener Woche abgesperrt ist. Der Gestütshof ist über St. Johann weiter anfahrbar.

  Die nächste Bauphase schließt sich direkt an und dauert dann wohl bis in den Hochsommer hinein.  Es handelt sich in der nächsten Phase um Hangsicherungsmaßnahmen in der Steige mit der Herstellung der Kappen auf den Kopfbalken und den dazugehörigen Schutzeinrichtungen samt Absturzgeländer, heißt es von Seiten des Regierungspräsidiums. Parallel dazu werden weitere Setzungsbereiche und schadhafte Asphalttragschichten saniert. Abschließend wird die Fahrbahndecke ab der Zufahrt zum Schützenhaus bis zur Zufahrt Eninger Weide erneuert und die Fahrbahnmarkierung aufgebracht.

    Die Baukosten für die grundhafte Sanierung der Eninger Steige belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro und werden laut Regierungspräsidium Tübingen vom Land Baden-Württemberg getragen.

Die Verkehrsführung während der Sanierung der Eninger Steige


Wie auch im Jahr 2019 sind Umleitungen unvermeidbar. Für beide Bauphasen erfolgt die Umleitung aus Richtung Eningen nach St. Johann über die B 312 nach Lichtenstein und weiter über die L 387 und K 6711 nach Holzelfingen, Ohnastetten und Würtingen und umgekehrt. Zusätzlich wird die Fahrtrichtung von Eningen nach St. Johann über die B 28 nach Metzingen, Bad Urach und weiter über die L 249 nach Sirchingen, Upfingen, Lonsingen nach Würtingen umgeleitet.

Für den Busverkehr gibt es laut Regierungspräsidium Tübingen folgende Einschränkungen: Die Haltestellen Würtingen Backhaus/Ried, Gestütshof, Eninger Weide, Freibad, Friedhof, Rathaus und Friedrichstraße werden nicht angefahren. Die Linie 7644 zwischen Reutlingen-Südbahnhof und Würtingen entfällt. Die Anbindung erfolgt über den Stadtverkehr Reutlingen zum Südbahnhof und von dort über Holzelfingen nach St. Johann.