Reutlingen Straßenbau und Bundesverkehrswegeplan

Reutlingen / RALPH BAUSINGER 26.07.2016
Die IHK begrüßt, dass alle zentralen Straßenbauvorhaben der Region im vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans stehen werden.

Allerdings gelten die beiden fehlenden Abschnitte der B?27 nicht wie erhofft als „Engpassbeseitigung“, heißt es in einer Mitteilung der IHK Reutlingen.

Nach IHK-Informationen geht der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans in der nächsten Woche ins Bundeskabinett. Darin enthalten sind 148 Projekte, die in Baden-Württemberg realisiert werden sollen. Zehn betreffen die Region Neckar-Alb. Dazu gehören auch die B?27 zwischen Nehren und Bodelshausen sowie der Schindhautunnel, aber auch der Albaufstieg oder die Ortsumfahrungen von Lautlingen, Engstingen oder Schömberg.

„Die Nennung als vordringlicher Bedarf ist natürlich noch keine Baugarantie für die nächste Zeit, aber die notwendige Bedingung dafür, dass es weitergeht“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. „Insgesamt haben wir viel erreicht. Das ist gelungen, weil die Region zusammengehalten und sich gemeinsam für die zentralen Strecken eingesetzt hat“, unterstreicht Epp.

Bis zuletzt hat die IHK für regionale Bauprojekte geworben und wollte etwa erreichen, dass die beiden fehlenden Bauabschnitte der B?27 in der Kategorie „Engpassbeseitigung“ auftauchen. Nach letztem Stand ist das nicht gelungen. Der Schindhautunnel wurde nicht hochgestuft, der Abschnitt zwischen Nehren und Bodelshausen sogar aus der Kategorie „Engpassbeseitigung“ herausgenommen. „Jeder, der dort täglich im Stau steht, erlebt, dass es auf beiden Abschnitten einen massiven Engpass gibt. Wir haben das mit zwei Gutachten belegen können. Wir verstehen nicht, warum die Bundespolitik an dieser Stelle nicht mitzieht“, sagte Epp.

Die Abstufung ist aus Sicht von Epp ein herber Schlag. „Der Zollernalbkreis wird sich angesichts dieser Nachricht ein weiteres Mal als Verlierer der Verkehrspolitik fühlen.“ Dass der Zollernalbkreis sich in Verkehrsfragen abgehängt fühlt, hatte zuletzt das IHK-Gremium Zollernalb deutlich gemacht und sich für eine deutliche Aufstockung der Planungskapazitäten beim RP Tübingen ausgesprochen, um die B?27 zügig zur Baureife zu bringen.