Reutlingen Still ruht der Listplatz-Brunnen

Knappe Kassen: In diesem Jahr wirds nichts mehr mit der Inbetriebnahme des Listplatz-Brunnens. Foto: Dietmar Czapalla
Knappe Kassen: In diesem Jahr wirds nichts mehr mit der Inbetriebnahme des Listplatz-Brunnens. Foto: Dietmar Czapalla
Reutlingen / DIETMAR CZAPALLA 11.09.2012
Am 9. Mai 1955 ging der Brunnen am Listplatz erstmals in Betrieb. 2009 von Vandalen beschädigt, sprudelt auch drei Jahre danach noch immer kein Wasser. Wann das der Fall sein wird, kann niemand sagen.

Seit die Pumpe des türkisfarbenen Listplatz-Brunnens 2009 von Vandalen beschädigt wurde, ist selbiger außer Betrieb. Eine Reparatur der Pumpe war nicht mehr möglich, auch hatten sich die Sicherheitsvorschriften verschärft. Die Pumpe musste fortan in einen speziellen Schacht außerhalb des Beckens, dessen Wassertiefe von bislang 70 bis 80 Zentimeter auf maximal 40 Zentimeter zu reduzieren ist. Auch müssten zur Wiederinbetriebnahme des Beckens die installierten Rohrgestänge erneuert und neue Springbrunnendüsen eingebaut werden.

So stellt sich der Sachverhalt einer Mitteilungsvorlage des Amtes für Straßen, Umwelt und Verkehr vom 26. Januar auszugsweise dar. Unter "Vorgehensweise" waren da vier Varianten, von der kompletten Erneuerung (geschätzte 30 000 Euro) bis hin zum Verfüllen des Beckens samt Raseneinsaat (geschätzte 13 000 bis 15 000 Euro) aufgelistet. Zwei Varianten mit geschätzten Kosten von zirka 20 000 Euro und rund 13 000 bis 15 000 Euro lagen dazwischen. Mit Blick auf die Planungen bei City-Nord und der damit verbundenen Umgestaltung des Listplatzes hielt es die Verwaltung "nicht für sinnvoll, hier für die Wiederinbetriebnahme des Brunnens für einen befristeten Zeitraum größere Umbaumaßnahmen durchzuführen. Es ist vorgesehen, die Variante vier (Verfüllen des Beckens und Raseneinsaat) im Frühjahr 2012 durchzuführen". Da allerdings hatte die Verwaltung noch nicht mit Gegenwind aus den Reihen des Gemeinderats gerechnet. Während Schwarz-Grün im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss fürs Stilllegen und Zuschütten plädierten stimmte eine Mehrheit aus SPD, FWV, FDP, WiR und RSÖ gegen den Verwaltungsvorschlag. Mit acht zu fünf Stimmen abgelehnt, wurde beschlossen, die teuerste Lösung (30 000 Euro) in die Tat umzusetzen. Damals ging die Verwaltung davon aus, "dass die Wasserspiele im Sommer wohl wieder sprudeln werden". Das dafür benötigte Geld müsste sich das Baureferat aus seinem Etat "herausschwitzen", hieß es. Mittlerweile neigt sich der Sommer seinem Ende entgegen, aber der Brunnen liegt da, unberührt.

"Die Planungen, die Brunnenanlage wieder instand zu setzen, laufen derzeit. Die Maßnahme wird aus dem laufenden Budget bezahlt. Im Herbst kann man Näheres dazu sagen, wie es weitergeht. Dann nämlich steht fest, was das Budget noch hergibt", ließ die Pressestelle dieser Tage auf Anfrage wissen.

Jetzt im September, wenn gleich der Herbst ins Land zieht, ruht das Wasserbecken noch immer. Mit einer Inbetriebnahme in diesem Jahr ist nicht mehr zu rechnen. Auf dem Reutlinger Rathaus spricht man derweil von "Mitteln aus dem Doppelhaushalt 2013/2014", mit denen der Listplatz-Brunnen runderneuert und in Betrieb genommen werden soll. Wann dem so sein wird, kann einem auf dem Rathaus keiner sagen. Ob im Frühjahr, Sommer oder im Herbst 2013 - oder womöglich erst im Jahr 2014?