Reutlingen Stephan Seiter löst Eugen Wendler als Leiter des Friedrich-List-Instituts ab

Der neue Leiter des Friedrich-List-Instituts, Prof. Dr. Stephan Seiter, mit dem Leiter des Kulturamts, Dr. Werner Ströbele, und dem Institutsgründer Prof. Dr. Dr. Eugen Wendler (von links) tragen den großen Sohn der Stadt auf Händen.
Der neue Leiter des Friedrich-List-Instituts, Prof. Dr. Stephan Seiter, mit dem Leiter des Kulturamts, Dr. Werner Ströbele, und dem Institutsgründer Prof. Dr. Dr. Eugen Wendler (von links) tragen den großen Sohn der Stadt auf Händen. © Foto: Privat
Reutlingen / SWP 06.11.2012
Das Friedrich-List-Institut an der Hochschule Reutlingen steht unter neuer Leitung: Prof. Dr. Stephan Seiter von der ESB Business School löst Prof. Dr. Dr. Eugen Wendler ab, heißt es in einer Mitteilung.

Wer Eugen Wendler von seinen Stadtführungen kennt, weiß, dass er einer ist, der sich nicht nur mit der Reutlinger Stadtgeschichte bestens auskennt. Vor allem Friedrich List ist ihm ans Herz gewachsen, und so gründete er 1992 das Friedrich-List-Institut. Jetzt, nach 20 Jahren, war es an der Zeit, einen adäquaten Nachfolger zu finden. Und als Emeritus der Hochschule lag es ihm am Herzen, dass die Hochschule der „genius loci“ für das Friedrich-List-Institut bleibe. Ab sofort leitet Stephan Seiter von der ESB Business School der Hochschule das Institut.

Das offiziell vom Wissenschaftsministerium genehmigte Institut ist an der Hochschule angesiedelt. Bereits bei der Gründung wurde das Friedrich-List-Institut mit dem Untertitel „für historische und aktuelle Wirtschaftsstudien“ versehen. Die List-Forschung hat Wendler bis dato bis ins kleinste Detail betrieben: „Diesen Acker habe ich weitgehend bearbeitet, da gibt es so gut wie keine Terra incognita mehr.“ Aber unter dem Zusatz „für aktuelle Wirtschaftsstudien“ ließen sich eben auch aktuelle Forschungsbemühungen subsumieren.

Das sieht auch Reutlingens Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele, der bei der Institutsübergabe unterstrich: „Wenn an der Hochschule mit seiner wirtschaftswissenschaftlichen Kompetenz die Weiterführung des Friedrich-List-Instituts mit dazu beiträgt, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Theorien des Reutlinger Ökonomen eine Adresse in Reutlingen hat, so wäre das aus meiner Sicht sehr zu begrüßen.“

Auf die neue Zusammenarbeit und Herausforderung freut sich nun Stephan Seiter, habilitierter Volkswirt und Programm-Direktor für den MBA-Studiengang International Management an der ESB. In langen persönlichen Gesprächen mit Wendler habe er sich immer mehr für die Aufgabe begeistern können: „Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Mein ehemaliger Kollege hat einen herausragenden Beitrag zur Friedrich-List-Forschung geleistet und gehört zu den international führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet. Die Arbeiten von Friedrich List sind heute sehr aktuell und die Auseinandersetzung mit seinen Ideen kann die wirtschaftspolitische Diskussion befruchten.“

Man dürfe gespannt sein, was im Jahr 2014 – zum 225. Geburtstag des Ökonomen und Eisenbahnpioniers Friedrich List – an verschiedenen Synergie-Effekten zwischen den vorhandenen Einrichtungen zum Tragen kommen werde und welche neuen Anstöße es für die List-Forschung gebe, so Ströbele. In Reutlingen hat die Beschäftigung mit Friedrich List eine lange Tradition, neben einer List-Gedenkstätte im Museum wird hier insbesondere seit vielen Jahren das List-Archiv geführt. Mit dem „neuen Vater“ für den Sohn der Stadt konnte für alle Beteiligten eine glückliche Nachfolgelösung gefunden werden. Gegenwärtig führen nur zwei akademische Institutionen den Namen von List: die Verkehrswissenschaftliche Fakultät ‚Friedrich List’ der Universität Dresden und die Alumnivereinigung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen, die unter dem Namen „Friedrich-List-Fest“ die jährliche Graduierungsfeier am Ende des Sommer-Semesters ausrichtet.

Umso schöner ist es, dass gerade im Hinblick auf das Jubiläum 2014 die Arbeit am Friedrich-List-Institut aktiv fortgeführt wird und das Jubiläum im Fokus der Arbeiten des List-Instituts stehen wird.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel