Von der Entwicklung der Verkehrsmenge in der Lederstraße hat Bürgermeisterin Ulrike Hotz vor einer Woche in der denkwürdigen Gemeinderatssitzung in der Reutlinger Stadthalle berichtet. Mit der Zahl der Fahrzeuge verbunden ist natürlich die Frage der Luftreinhaltung in der Achalmstadt – und dies insbesondere an der Messstelle in einer zentralen Verkehrsader, der Lederstraße.

Täglich 40.000 Kraftfahrzeuge gezählt

Bis Ende vergangenen Jahres seien montags bis freitags dort innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 40 000 Kraftfahrzeuge gezählt worden, erklärte Hotz. Nachdem zwischen 7. und 20. Januar die rechte Fahrspur in Richtung Pfullingen gesperrt worden war, ging die Zahl auf 37 000 Kraftfahrzeuge zurück. Bis 9. Februar wurde zudem die rechte Spur elf Stunden lang gesperrt, mit dem Effekt einer Reduzierung um weitere 70 Fahrzeuge. Zwischen 10. Februar und 15. März ist die Spur 17 Stunden gesperrt worden, mit der Auswirkung, dass die Zahl um weitere 700 Kfz sank.

Weniger Verkehr durch Shutdown

„Seit dem 16. März haben wir mit einer 24-stündigen Spursperrung weitere rund 8000 Fahrzeuge weniger, sodass wir jetzt bei rund 29 000 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden sind“, sagte Hotz auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE. Allerdings sei dieser stark gesunkene Wert vor allem auf die insgesamt deutlich geringere Menge an Fahrzeugen durch den bundesweit geltenden Shutdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Diese von Hotz aufgezeigte Entwicklung der Fahrzeugmengen in den vergangenen Monaten wirke sich aus auf die in der Stadt gemessenen Stickstoffdioxid-Werte.

Auch das bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Öl entstehende Gas mit der chemischen Abkürzung NO2 als Teil der Abgase von Kraftfahrzeugen, Öl- und Gas-Heizkesseln sowie von Gas- und Kohlekraftwerken ging deutlich zurück. Im Januar dieses Jahres lag der Stickstoffdioxid-Wert sehr hoch, bei 54,4 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft. Zum Vergleich: der Hintergrundwert in der Pomologie lag bei 29,4 Mikrogramm, erklärte die Baubürgermeisterin.

Entwicklung der NO2-Anteile

Da habe sich wohl vor allem das ungünstige Wetter mit wenig Wind und gemäßigten Temperaturen ausgewirkt. Im Februar lag der Wert in der Lederstraße bei 35,8 (Pomologie 16,9) und im März bei 32,7 Mikrogramm NO2 (Pomologie 18,9). „Damit ergibt sich ein Mittelwert fürs erste Quartal 2020 von 41,7 Mikrogramm an der Messstelle in der Lederstraße“, sagte Ulrike Hotz.

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tausend Fahrzeuge weniger waren im März im Schnitt in 24 Stunden in der Verkehrsader Lederstraße unterwegs als Ende vergangenen Jahres.