In Zeiten, in denen man dazu aufgefordert wird, nur maskiert eine Bank zu betreten, in denen sich in der Distanz die wahre Nähe zeigen soll und man für ein Leberkäsbrötchen eine halbe Stunde auf der Wilhelmstraße vor der Metzgerei anstehen muss, gibt es  – natürlich unter dem akkurat aufgesetzten Mund- und Nasenschutz  – auch schon mal Nachrichten, die einen aufatmen lassen. Denn hätte sich das Corona-Virus nicht zur Pandemie aufgeschwungen, wäre jetzt Garden-Life-Time. Fast 200 Aussteller würden sich seit Himmelfahrt und noch bis einschließlich Sonntag in der Pomologie drängen. Und weil das Wetter kaum passender sein könnte, wären es wahrscheinlich so um die 40 000 Besucher, die das Gras zwischen den Ständen unter ihren Schuhen platt treten würden.

Saubere Luft

Für Garten-Fans und Blumen-Freunde ist der Ausfall der Kult-Veranstaltung zwar ein herber Schlag, für die Natur aber hätte es kaum besser kommen können. In der Corona-Ruhe kann die Pflanzenwelt in der Pomologie Kraft sammeln, denn die Luft in und an der historischen Parkanlage ist dank fehlender Absage sauber, ja fast klinisch rein. Kein Verkehrschaos, keine Staus, keine zugeparkten Straßen: Den Anwohnern, die Jahr für Jahr unter den Besucherströmen leiden, dürfte dieses lange Wochenende Erholung pur bringen. Für Veranstalter und Aussteller dagegen wird der Ausfall des Kult-Events nur schwer zu verkraften sein. Für sie und all die Garten-Freunde bleibt die Hoffnung, dass die Garden Life 2021 wieder stattfinden kann. Bestenfalls ohne Mund- und Nasenschutz, aber mit noch mehr Rücksicht auf Natur und Anwohner als in der Vergangenheit.