Verkehr Stadt wird für Radverkehr umgebaut

Carola Eissler 12.10.2017

Wann hat man so etwas schon gesehen: CDU und Grüne stellen einen gemeinsamen Antrag, der einstimmig verabschiedet wird (Einrichtung von Fahrradstraßen). Und auch der SPD-Antrag (unter anderem Schwerpunkt auf Schülerradverkehr und der Ausbau eines Netzes mit sicheren Radwegen) findet die Zustimmung beim politischen Gegner. Beim Thema Radverkehr herrscht Konsens.

Noch sind die Experten dabei, am Masterplan Radverkehr/ebike-city Reutlingen zu feilen. Doch die ersten Maßnahmen sollen dennoch rasch umgesetzt werden, möglichst noch in diesem Jahr. Da wären zum Beispiel die Moltkestraße und die Bellinostraße (zwischen Werastraße und Pomologie), die nun zur vorfahrtsberechtigten Fahrradstraße werden sollen und damit für mehr Sicherheit für die Schüler sorgen.

Im Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss stellte Phillip Herzog vom beauftragten Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen in Aachen den derzeitigen Stand beim Masterplan vor. Die Planer haben in den vergangenen Monaten mehr als 1000 Fragebögen ausgewertet (so viel Interesse seitens der Bevölkerung erleben die Planer selten), haben Vor-Ort-Erhebungen durchgeführt, Unfallschwerpunkte markiert und auch die Erhebungen der Initiative „Eltern radelnder Schüler“ mit einbezogen. Am 30. November wird sich der Ausschuss in einer Sondersitzung mit dem Radverkehr in Reutlingen befassen, im Dezember findet ein zweites Bürgerforum statt. Der Beschluss des Masterplans soll dann im ersten Quartal 2018 erfolgen.

Keine Frage: Die Stadt wird weithin sichtbar für die Radfahrer umgebaut. Dabei geht vor allem um mehr Sicherheit, aber auch um eine Steigerung der Attraktivität für Radfahrer und Pedelec-Fahrer. Der jetzige Anteil von 15 Prozent Radfahrer am gesamten Verkehr soll auf 25 Prozent erhöht werden. Dabei müssen Autofahrer mit erheblichen Einschnitten rechnen. Zum einen weil Straßen für die Autofahrer unattraktiver werden (Charlottenstraße, Moltkestraße, Bellinostraße und weitere), zum anderen, weil Fahrspuren verengt werden. Sicher ist bereits jetzt, dass die Konrad-Adenauer-Straße stadtauswärts in Zukunft nur noch einspurig sein soll.

Und dann wäre da noch die alte Honauer Bahntrasse zwischen Südbahnhof und Reutlinger Bahnhof. Die Stadt verhandelt derzeit mit der Bahn, um auf der dortigen Trasse eine schnelle Radstrecke einzurichten.