Reutlingen Stabwechsel ist vollzogen

Der Wechsel an der Spitze der Hochschule Reutlingen wurde gestern auch offiziell vollzogen: Prof. Dr. Peter Nieß im Gespräch mit Ministerialdirektorin Dr. Simone Schwanitz und seinem Nachfolger Prof. Dr. Hendrik Brumme (rechts). Foto: Ralph Bausinger
Der Wechsel an der Spitze der Hochschule Reutlingen wurde gestern auch offiziell vollzogen: Prof. Dr. Peter Nieß im Gespräch mit Ministerialdirektorin Dr. Simone Schwanitz und seinem Nachfolger Prof. Dr. Hendrik Brumme (rechts). Foto: Ralph Bausinger
RALPH BAUSINGER 06.10.2012
Das Staffelholz ist übergeben: Prof. Dr. Hendrik Brumme ist gestern vor 250 Festgästen als Hochschulpräsident eingesetzt worden. Zugleich wurde sein Vorgänger Prof. Peter Nieß gewürdigt und verabschiedet.

Der Stabwechsel auf dem Hohbuch-Campus ist jetzt auch offiziell vollzogen. "Eine Ära endet, eine neue beginnt", sagte Ministerialdirektorin Dr. Simone Schwanitz, die ihre erkrankte Ministerin Theresia Bauer vertrat. Dem scheidenden Präsidenten Nieß, der gestern mit der Ehrenmedaille der Hochschule Reutlingen ausgezeichnet wurde, attestierte sie nicht nur eine "beachtliche Erfolgsbilanz" und ein "außergewöhnliches, didaktisches Geschick". Sie würdigte auch seine diplomatischen Fähigkeiten, die ihm - gemeinsam mit dem Präsidium - geholfen hätten, eine "Hochschule, die stürmische Zeiten erlebt hat, zu befrieden".

Die Gründung des Robert Bosch Zentrums für Leistungselektronik (RBZ) würdigte die Ministerialdirektorin als "bedeutenden Meilenstein für die Weiterentwicklung der Hochschule Reutlingen".

"Ihre Aufgabe wird sein, die Hochschule zu führen und zu stärken - auch im Wettbewerb mit anderen Hochschulen", gab sie Brumme mit auf den Weg. Die Landesregierung werde, versicherte Simone Schwanitz, die Forschungsaktivitäten der Hochschulen für angewandte Wissenschaften unterstützen. Eine Botschaft, die die Gäste aus Wirtschaft, Lehre, Politik und Gesellschaft gerne hörten.

Andreas Kurtz, der für den Hochschulrat sprach, fand ebenfalls Worte der Anerkennung für das Vorbild und den Motivator Nieß. Der Präsident außer Dienst habe nicht nur Managementstrukturen eingeführt, sondern auch eine neue Hochschulkultur implementiert. Die unter seiner Ägide gegründete Knowledge-Foundation sei die Antwort der Hochschule auf den demografischen Wandel wie auch der Industrie auf das Prinzip des lebenslangen Lernens. Kurtz trug auch ein kurzes Grußwort des Hochschulratsvorsitzenden Andreas Rentschler vor, der den 66-jährigen Nieß als Diplomaten, Netzwerker, Unternehmer und Emeritus charakterisierte.

Ulrike Hotz nannte die Bildungsstätte einen wichtigen Standortfaktor für die Stadt und Region. Mit Lebendigkeit und Vielfalt passe sich die Hochschule an die neuen Herausforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft an, sagte Reutlingens Erste Bürgermeisterin in ihrem Grußwort. Mit Hendrik Brumme habe die Einrichtung laut Hotz jetzt einen "hervorragenden Nachfolger" für Nieß gefunden.

Hochschulen für angewandte Wissenschaften sollte man nicht als Kostenstellen, sondern als Investition in die Zukunft sehen", mahnte Prof. Dr. Winfried Lieber im Namen der Rektorenkonferenz. Diese habe von Nieß fünfjähriger Arbeit, von seinem Sachverstand und Geschick sehr profitiert. Auch habe der frühere Reutlinger Hochschulpräsident nie den Wettbewerb vor die Kollegialität gestellt.

Der neue Präsident, ein begeisterter Kite-Surfer, will, wie er in seiner Rede sagte, erfolgreich beschrittene Wege weiter verfolgen, aber auch neue Impulse setzen (mehr dazu in unserer Ausgabe am Montag).