IHK Sprache wird immer besser

Reutlingen / swp 22.08.2018

Knapp 60 Geflüchtete haben sich im ersten Halbjahr bei der IHK über ihre beruflichen Perspektiven beraten lassen. Mit Erfolg. 22 Geflüchtete starten am 1. September in eine duale Berufsausbildung, elf weitere mit einer Einstiegsqualifizierung.

Geflüchtete mit geringerem Förderbedarf und guter Bleibeperspektive können sich bei IHK-Integrationsberaterin Aleksandra Vohrer in Einzelgesprächen über Berufe, Ausbildungsmöglichkeiten, Bildungswege sowie Chancen auf dem Arbeitsmarkt informieren. Das vom Landeswirtschaftsministerium geförderte Projekt „Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Flüchtlinge“ ermöglicht die gezielte Förderung von motivierten Geflüchteten. Zudem werden Kontakte zu heimischen Unternehmen geschaffen, die Fachkräfte suchen. 80 Betriebe haben sich im ersten Halbjahr bei der IHK informiert, unter welchen Bedingungen Geflüchtete ausgebildet werden können. „Erfreulich ist, dass die Sprachkenntnisse … immer besser werden. Viele von ihnen sind mittlerweile drei Jahre da. Die Deutschkurse führen zum Erfolg“, sagt Vohrer. Bevorzugte Ausbildungsberufe sind auch 2018 Fachinformatiker/in mit Fachrichtung Systemintegration sowie Industriemechaniker/in.

Neben den 22 Geflüchteten, die jetzt die Lehre beginnen, verzeichnet die IHK weitere 102 Lehrverträge mit Menschen aus Afghanistan, Eritrea, Somalia, Gambia, Syrien, Iran, Irak und Nigeria. Dabei fällt auf: Geflüchtete aus Afghanistan und Gambia machen überwiegend in „Mangelberufen“ wie Koch/Köchin, Textil- und Modenäher/in und Fachlagerist/in ihre Ausbildung. Allerdings haben sie nur in seltenen Fällen bisher eine Anerkennung. Die Unternehmen haben somit keine Planungssicherheit. „Hier engagieren sich Betriebe, obwohl sie nicht wissen, ob sich ihr Einsatz am Ende auszahlt. Das ist kein gutes Signal. Wir fordern weiter die 3+2-Regel für diese Fälle, also die Chance die Ausbildung absolvieren und danach mindestens zwei weitere Jahre bei uns in diesem Beruf arbeiten zu können“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp. Dazu kommt: Gerade die nicht-anerkannten Auszubildenden benötigen weiter Sprachförderung und andere ausbildungsbegleitende Hilfen. Diese Angebote gelten nicht für sie. „Wir kennen Betriebe, die das alleine schultern. Aber das geht nicht in allen Fällen. Die Politik muss dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen“, fordert Epp.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel