"Wir sind in der Spur", sagt Hans-Georg Finkbohner vom VfL Pfullingen - und Rainer Hawel vom TSV Eningen kann das nur bestätigen. Denn auch wenn's um die Pläne fürs gemeinsame Sportvereinszentrum der beiden Vereine (SVZ) in den vergangenen Monaten zumindest nach außen hin etwas ruhiger geworden ist: "Intern ging's immer recht turbulent zu", erklären Finkbohner und Hawel und meinen damit, dass jede Menge Arbeit zu erledigen war. Denn jetzt geht's tatsächlich an die Realisierung des SVZ, das zwar auf Eninger Gemarkung nur einen Steinwurf von der Arbachtalhalle entfernt, aber ganz nah dran an Pfullingen gebaut werden soll. Bezeichnend für das gemeinsame Projekt auch die Adresse: Pfullinger Straße in Eningen.

Am 14. Juni will man den Bauantrag bei der Gemeinde Eningen einreichen. Mit deren Bauamt haben sich die Vereine schon im Vorfeld eng abgestimmt, damit's mit der Genehmigung auch wirklich keine Probleme gibt. Gleich nach den Sommerferien soll der erste Spatenstich sein. Für den großen Tag, den 9. September, planen VfL und TSV bereits jetzt ein Fest - das dann zur Einweihung im Oktober 2017 seine Fortsetzung finden soll.

Bis dahin allerdings ist noch viel zu tun. Weshalb die Verantwortlichen am vergangenen Wochenende denn auch gleich mehrere wegweisende Beschlüsse zu fassen hatten. Unter anderem ging es darum, die Vorschläge, die eine Gruppe von zehn Studenten der Hochschule der Medien in Stuttgart im Rahmen eines Semester-Projekts erarbeitet hat, zu besprechen. Die Studenten haben eine Art Corporate Identity für das SVZ erdacht. Von der Marketingstrategie über die Farbgebung bis hin zum Namen, den das Zentrum bekommen soll - all das haben sie dem VfL und dem TSV zur Entscheidung gegeben, den beiden Vereinen aber ans Herz gelegt, der Öffentlichkeit noch nicht zu viel zu verraten. "Um den Spannungsbogen hochzuhalten", so der stellvertretende VfL-Chef Finkbohner.

Was er, die Leiterin der VfL-Geschäftsstelle, Christine Schahl, und die beiden TSV-Vorsitzenden Rainer Hawel und Günter Neuhäuser bei einem Pressegespräch allerdings preisgeben durften, das waren die Dimensionen des geplanten Baus. 61 Meter lang, 20 Meter breit und 8,5 Meter hoch soll er werden und dank eines Flachdachs der benachbarten Arbachtalhalle ähneln. Auch eine Schokoladenseite wird das SVZ haben: Zum Albtrauf hin wird es sich mit großen Fensterfronten öffnen, wobei die Sportler dann nicht nur einen schönen Blick in die Natur haben werden, sondern ihre Trainingsgeräte bei passendem Wetter auch mal vors Zentrum stellen können.

Während im Untergeschoss Technik- und Lagerräume geplant sind, werden Erd- und Obergeschoss über ein Atrium verbunden sein. Ein Kinderbereich, eine Sportlersauna und ein Bistro sind genauso vorgesehen, wie ein gerätegestützter Gesundheitsbereich auf beiden Etagen und Kursräume im Erdgeschoss. Büros, ein Veranstaltungsraum sowie Umkleiden und Sanitäranlagen, die schon jetzt größer ausgelegt werden, als es für die für den Anfang berechneten 1200 Mitglieder nötig wäre, werden ebenfalls zum SVZ gehören - für das man sich übrigens schon jetzt eine Erweiterungsfläche gesichert hat. Offenbar sind die beiden Vereine guter Dinge - und das auch, was die Baukosten angeht. Fünf Millionen Euro sollen nicht überschritten werden.

Dass die Kosten auf keinen Fall die Obergrenze sprengen - daran arbeiten gleich zwei Fachgruppen in der SVZ-Betreibergesellschaft, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die für VfL und TSV die einzige Möglichkeit ist, gemeinnützig zu bleiben. Eine Gruppe Bau und eine Gruppe Nicht-Bau, die unter anderem fürs Personal und das Marketing zuständig ist, teilen sich die Arbeit. Und dann gibt's da auch noch den Lenkungsausschuss, in dem unter anderem Vertreter der Kommunen und der Württembergische Landessportbund sitzen.

Gleichzeitig arbeiten das Unternehmen Staiber Projektbau und die Stuttgarter Architekten Ackermann und Raff an der Feinabstimmung, bevor losgebaut wird. Soweit zu Stufe eins der Planung. Aber auch in Phase zwei soll ein Generalunternehmen beauftragt werden - dann allerdings nicht mehr mit der Planung, sondern mit der baulichen Umsetzung. Ist der Stahlbetonbau erstmal im Werden, wollen die Vereine auch noch einen SVZ-Leiter einstellen, der schon vor der Eröffnung kräftig mitarbeiten soll. Vor der Einweihung wird's dann übrigens noch eine Test-Phase geben, in der das SVZ mit all seinen Funktionen erprobt wird. Die Vereinsvorsitzenden werden dann einmal mehr kräftig ins Schwitzen kommen. So sie denn zur Testklientel gehören.