Honau Spannende Einblicke in die Teiche

Gerhard Gumpper, einer der Chefs des Forellenhofs Rößle in Honau, führte die Besucher am Sonntag durch die unlängst modernisierte Zuchtanlage nahe der Echazquelle.
Gerhard Gumpper, einer der Chefs des Forellenhofs Rößle in Honau, führte die Besucher am Sonntag durch die unlängst modernisierte Zuchtanlage nahe der Echazquelle. © Foto: Jürgen Herdin
Honau / Von Jürgen Herdin 16.07.2018

Unter dem hellen Sonnenhut mit breiter Krempe erkennen manche Gerhard Gumpper nicht auf den ersten Blick. Fachkundig und freilich auch ein wenig stolz gönnte sich der Chef des Forellenhofs Rössle bei seinen Führungen durch die neue Zuchtanlage nahe der Echazquelle höchstens eine Viertelstunde Pause. Die Sonne sticht gewaltig – und Gumpper will keinen Sonnenstich riskieren.

Zum Fischerfest des Unternehmens der Familien Gumpper und Stoll nahe der Echazquelle gehört neben kulinarischen Spezialitäten, Musik und Kabarettauftritten immer auch der exklusive Rundgang mit spannenden Einblicken in die Aufzucht der Fische. Ansonsten ist die Anlage  bestens gesichert und verschlossen.

Doch in diesem Jahr erlebte das Publikum eine ganz besondere Premiere: Für rund 1,3 Millionen Euro hatte Gumpper die Fischzucht in einem Jahr nicht nur runderneuert, sondern technisch in einer Weise modernisiert, sodass die Fische ebenso  davon profitieren wie die Bewirtschafter der Zucht.

So arbeitet nun die Fütterung für jedes Becken vollautomatisch, und eine optimierte Erneuerung des Wassers gehört auch dazu. Nicht zu vergessen die eigene Kläranlage. Klartext spricht auch Gerhard Gumpper, bewirbt so sein Hotel, das Restaurant und die Zuchtanlage. „Die Menschen sollen sehen, dass bei uns alles aus einer Hand kommt“, erläutert Gumpper; angefangen von kaum zehn Zentimeter langen Fischlein, bis hin zur Forelle, die bei einem Gewicht von 300 Gramm bis zu einem Kilogramm „geerntet“ wird – und dann im Restaurant frisch auf den Teller kommt. Zur Sauerstoffanreicherung wurde ein 30 Meter tiefer Brunnen gegraben. Dahinter befindet sich die Tobelmühle, in der die Fische verarbeitet werden. Auch diesen „Sperrbezirk“ durften die Menschen am Wochenende besuchen. Gumpper und sein Team haben kaum Krankheiten bei den Forellen zu beklagen, weil das klare Wasser aus der Echaz konstant um die acht oder neun Grad hat. „Bei Temperaturen von über 15 Grad würden die Risiken steigen, erläutert Gumpper seiner Besuchergruppe.  „Außerdem kaufen wir keine fremden Fische zu“, was die Sache noch sicherer mache.

Bei Temperaturen um die 28 Grad gönnten sich die Besucher dann bald schon Kulinarisches im Festzelt. Für alle war genug davon zu haben, nur der abendliche Auftritt von Hämmerle und Leibssle war schon lange vorher ausverkauft  Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Alleinunterhalter Alexander Dollinger.

Ob Räucherfischvariationen, solche nach Müllerin Art - oder die klassische Honauer Forelle mit Mandeln und den legendären Rahmkartoffeln: Die Gäste hatten eine große Auswahl. Doch Gumpper und sein Team unterstützen auch die Initiative „Wilde Wochen“ des Landkreises. Dabei propagieren die Gastronomen in Honau auch das gegrillte Wild, das es seit Jahren bei Metzgern in der Region auch im Sommer gibt. Und so stand auch „Mediterranes Ragout vom heimischen Sommer-Reh“ auf der Speisekarte.

An die kleinen Besucher wurde beim Fischerfest ebenfalls gedacht: So gab es unter anderem ein Kinderprogramm mit Hüpfburg und Quad fahren, einem motorisierten, versteht sich, Kinderschminken und jede Menge mehr Attraktionen.

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Millionen Euro hat das Familienunternehmen Rößle in die technische Modernisierung seiner Fischzuchtanlagen in Honau an der Echaz, nahe der Quelle, gesteckt.

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