SO GESEHEN: Tier tut gut

PET 09.04.2014

Ein Tier öffnet die Tür zur Seele. Das wissen all die Therapeuten, die Pferde, Hunde oder Delfine einsetzen, um über den Umgang mit ihnen Zugang zu Kindern, Behinderten oder Senioren zu bekommen. In der familiären Praxis funktioniert dies tatsächlich ganz einfach: Unsere Mix-Hündin Luna (mehr über sie nebenstehend) liebte beispielsweise Altenheim-Besuche. Sie hatte dort in der geronto-psychiatrischen Station, wo unsere Großeltern ihre letzten Jahre verbrachten, eine kleine Fan-Gemeinde.

Es war immer wieder eine Freude zu sehen, wie bis dahin unbeteiligt dahindämmernde Demenzkranke, kaum dass sie den Hund wahrgenommen hatten, leuchtende Augen bekamen, die Hand ausstreckten und den Vierbeiner streicheln wollten. Ein alter Mann erzählte jedes Mal unter Tränen, dass er genau so einen Hund früher auch hatte. Luna ihrerseits fand es besonders reizvoll, zur Kaffee- oder Abendessenszeit im Heim vorbeizuschauen - hier lag immer deutlich mehr Leckeres unterm Tisch als daheim.

Eine ganz andere Erfahrung in tierischer Kommunikation machten wir mit unserem Pflegekind. In jungen Jahren tat sie sich - ganz anders als heute - schwer im Gespräch mit anderen, besonders wenn es um Probleme ging. Und die Kleine hatte viele Probleme. Instinktiv sah sie in Luna eine Verbündete, die geduldig zuhörte, aber absolut verschwiegen war. So sprach sie anfangs bei den Spaziergängen vor allem mit ihrem lebendigen Kuscheltier, und wir erfuhren vieles über ihre Ängste und Gedanken. Dass wir im Gegenzug Luna unsere Vorstellungen erläuterten - und dabei langsam Kontakt zu dem Kind bekamen, war ein eleganter Umweg. Den offenen Umgang heute . . . verdanken wir auch Luna.