SO GESEHEN: Offene Fragen

RALPH BAUSINGER 31.03.2012

Können sich die Vereine die neue Stadthalle überhaupt noch für ihre Veranstaltungen leisten? Wie werden sie dabei von der Stadt unterstützt? Wohl kein anderes Thema hat - vielleicht abgesehen von der Debatte um den Steg - in den vergangenen Wochen für dermaßen viel Unruhe, Irritationen, Verärgerung und Enttäuschung unter Bürgern, Vereinen und Kulturtreibenden gesorgt. Auch die alles andere als optimale Informationspolitik hat dazu beigetragen.

Der Gemeinderat hat mit seiner Entscheidung vom Donnerstagabend zur Vereinsförderung - Übernahme der Grundmiete und 50 Prozent der Nebenkosten (bis maximal 2500 Euro) - einen Knopf an die Sache gemacht. Allerdings lässt dieser mit großer Mehrheit gefasste Beschluss noch viele Fragen unbeantwortet. Reichen die vorgesehen 90 000 Euro Vereinsförderung pro Jahr überhaupt aus, auch wenn die Verwaltung sagt, dass noch Luft nach oben drin ist? Oder wird dieses Geld, das aus dem Kulturetat kommt, dann für andere kulturelle Veranstaltungen fehlen, wie Özlem Isfendiyar (RSÖ) und die Stadträte der Grünen befürchten? Diese Befürchtung lässt sich nicht einfach wegwischen, allerdings ist hier, wie Thomas Ziegler (RSÖ) korrekt anmerkte, der Gemeinderat Herr des Verfahrens. Und der wird hoffentlich bei den Etatberatungen mit Argusaugen darüber wachen.

Neben den Vereinen gibt es noch andere Gruppen wie beispielsweise Abiturienten, die auf finanzielle Hilfe für ihren Abi-Ball hoffen. Und nicht zuletzt müssen sich die Stadtverwaltung, die Stadthallen-Betreibergesellschaft und die Philharmonie, wie auch von OB Barbara Bosch zugesagt, auf eine finanziell tragfähige Lösung verständigen.