SO GESEHEN: Ich gebs auf

SWP 07.01.2012

Wenn man ein Alter erreicht hat, bei dem man mit gnadenloser Sicherheit mehr Jahre hinter als vor sich hat, macht sich mitunter eine gewisse Einsicht breit, dass bestimmte Dinge nicht zu ändern sind. Um es mit Don Quijote zu sagen: Es lohnt nicht, gegen Windmühlen zu kämpfen. Die Erfolge in den vergangenen Jahren waren auch recht bescheiden, denn das jahrelange Anprangern des Neujahrsempfangs-Wahnsinns hat lediglich dazu geführt, dass die Sozis ihren Empfang ins Frühjahr verlegt haben. Ich werde also künftig darauf verzichten zu fordern, analog zu Tübingen ein einziges großes gesellschaftliches Stelldichein zu Beginn eines neuen Jahres zu fordern. Ich werde auch nicht jemandem, der diese Flut einzudämmen vermag, die Verleihung des noch zu schaffenden Neujahrs-Verweigerer-Ordens am Bande in Aussicht stellen. Und ich werde nicht empfehlen, den jeweiligen Veranstaltern - aus Gründen der Räson - das Buffet leerzufressen. Rennt nur hin zu den Empfängen ("Und täglich grüßt das Murmeltier"), hört die "ärmelaufkrempelnden" Redner-Worte, macht small talk mit dem Nachbarn ("diese Pfeife ist ja auch schon wieder da"). Mich kratzt das nicht mehr. PETER ANDEL

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