Gut. Dass er weder singen noch tanzen kann, das hatte Mootisave ja schon vor seinem großen Auftritt bei RTL angedeutet. Dass er sich dann aber nicht mal ansatzweise in die Nähe eines richtigen Tones vortasten würde - das zumindest hat ihm Dieter Bohlen sinngemäß vor einem Millionen-Publikum so attestiert -, konnte ja niemand ahnen.

So viel steht jetzt fest: Wenn jemand 2014 nicht "Supertalent" wird, dann ist es der Reutlinger Frank Christoph Schnitzler. Zwischen Menschen, die sich ihre Beine über die Haarpracht stülpen und Puppenspiele zu Vogelgezwitscher aufführen, hat der Nicht-singen-und-nicht-tanzen-Könnende sich nicht wirklich durchsetzen können. Dafür aber hat er einen bleibenden Eindruck hinterlassen - und nur noch rot gesehen. Vier Mal gleich. Das Jury-Quartett hat Mootisave nach wenigen Sekunden von "Our future" klar gemacht: Junge, bei uns hast du keine Zukunft - und ließ vier rote Kreuze aufleuchten.

Während Bruce Darnell halb sprach- halb fassungslos nur ein "selbst komponiert?" stammelte, schien Dieter Bohlen beleidigt, dass so gar kein richtiger Ton den Weg in seine Modern-Talking-gestählten Ohren gefunden hat. Lena Gercke schafft es gerade noch den "Satz mit X" zu zitieren - und Guido Maria Kretschmer? Der war hin und weg. Nicht von der Schnitzler'schen Darbietung, aber von dem Outfit des "Rangers in Silber" (Mootisave) und den "Lametta-Girls" (drei Background-Tänzerinnen vom TSV Sondelfingen). Mal positiv betrachtet, haben Mootisave und Begleitung in Wiesbaden wenigstens modische Akzente setzen können.

Wer jetzt denkt, er wäre geknickt von der Bühne geeilt, der kennt Mootisave nicht. Schön sei's bei RTL gewesen, befand er trotz des Jury-Urteils und mit Blick auf die Flasche Sekt, die er mit den Tänzerinnen im Hotel köpfen wollte.

Dass er nicht aufgeben wird, das hatte Schnitzler schon im Vorfeld kund getan. Da dürfte ihm der Auftritt in der Reutlinger Disco M-Park am Freitag gerade recht kommen. Um 22 Uhr wird er dort im Geleit seiner Lametta-Girls einer Stretch-Limousine entsteigen, eine Stunde später "Our future" performen und dann Autogramme geben und für Selfies posieren. Tja. The show must go on! Und im M-Park ist man an Stars gewöhnt, die den richtigen Ton nicht treffen. Oliver Pocher war auch schon da. Allerdings nicht als Sänger.