So gesehen · Schrenks Nachfolger: Hoppe kann's nicht fassen

Magnus Hoppe freut sich, freut sich - und freut sich.
Magnus Hoppe freut sich, freut sich - und freut sich. © Foto: Archiv/Kiehl
EVELYN RUPPRECHT 31.03.2015

Er kann's noch immer nicht in Worte fassen - versucht dann aber doch einen ganzen Satz auf die Beine zu stellen. "Ich freue mich riesig, ja, ich freue mich täglich mehr." In Anbetracht dessen, dass Magnus Hoppe das jetzt, Ende März, mit Blick auf den 1. Juni sagt, mag man sich lieber nicht vorstellen, auf welche Größe das Freudevolumen des 29-Jährigen noch anwachsen wird.

Der 1. Juni - das ist der Tag, an dem der Pfullinger sein Amt als Bürgermeister von Herbertingen antreten wird. Herbertingen? War da nicht was? Genauer: Ist da nicht wer her? Richtig: Der Mann, der seit 14. Januar Schultes in Pfullingen ist, kommt aus dem 5000-Einwohner-Ort im Oberschwäbischen. An dieser Stelle von ausgleichender Gerechtigkeit zu sprechen, ist also gar nicht so weit her geholt. Die Herbertinger haben einen von ihren Rathaus-Leuten ans Echaztal abgetreten - und die Pfullinger geben nun einen von ihren Verwaltungsmitarbeitern nach Herbertingen ab.

Freilich: So was kann man nicht planen. Alles Zufall. Schließlich entscheidet noch immer der Bürger, wen er wählt. Die Menschen in der Oberschwäbischen Gemeinde haben das am 8. März getan. Dass es gleich im ersten Wahlgang geschehen ist, ist das, was Magnus Hoppe noch immer sprachlos macht. Über 64 Prozent! "Da war ich komplett überrascht".

Eigentlich war Hoppe mit Frau und Sohn an jenem Sonntag nur mal so von Pfullingen nach Herbertingen gefahren, um zu sehen, welcher Kandidat wie viele Stimmen abgeräumt hat - und sich auf den zweiten Wahlgang vorzubereiten. Dass es nichts mehr vorzubereiten gibt, das hat er wohl spätestens kapiert, als die Gemeindemusik ihm am Abend ein Ständchen brachte. Der Mann, der bei der Stadtverwaltung Pfullingen auf dem Hauptamt für die EDV und den Einkauf zuständig ist, hat den haushohen Sieg davon getragen. Was er selbst unter anderem auf sein Engagement und seine Präsenz im Wahlkampf - "für den habe ich komplett Urlaub genommen" - zurückführt. Natürlich habe ihn der eine oder andere auf Pfullingen und Michael Schrenk angesprochen. Aber dass man nun die Arbeitsorte tausche, "das ist ein komischer Umstand, hat aber nix miteinander zu tun".

Viel mehr hat seine Bewerbung im Oberschwäbischen damit zu tun, dass seine Frau aus einem Herbertinger Ortsteil stammt. Und dass er vielleicht auch noch in Schwung war, was das Wahlkämpfen angeht. Schließlich hat Hoppe auch in Römerstein schon einen - wenngleich erfolglosen - Kandidatur-Anlauf genommen.

Weil sein Urlaub aufgebraucht ist, wird Hoppe noch bis Ende Mai seine Arbeit im Pfullinger Rathaus tun. Am 1. Juni tritt er den neuen Posten an, am 21. Juni wird er offiziell ins Amt eingesetzt. Michael Schrenk, Hoppes Vorgänger und aktueller Vorgesetzter zugleich, hat ihm schon mal viel Erfolg gewünscht. Ihm viel Freude zu wünschen, wäre ja auch irgendwie überflüssig (siehe Textanfang).

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