Reutlingen Smarte Wellness-Oase Omnibus

Wie sitzt und fährt es sich im Autobus von morgen? Auf der Werkschau des Studiengangs Transportation Interior Design der Hochschule konnten Besucher dies virtuell „wie in echt“ erleben.
Wie sitzt und fährt es sich im Autobus von morgen? Auf der Werkschau des Studiengangs Transportation Interior Design der Hochschule konnten Besucher dies virtuell „wie in echt“ erleben. © Foto: Jürgen Herdin
Von Jürgen Herdin 17.07.2018

Ein Gast der Werkschau bewegt sich wie schlafwandelnd durch einen Omnibus, sagen wir: Baujahr 2025, blickt dann auf eine ganz neue, intelligente Anordnung der Sitze, einen „Wohlfühlbereich mit verschiedenen Ebenen“, wird Prof. Michael Goretzky, Dekan der Fakultät Textil & Design (TD) an der Hochschule Reutlingen später erläutern. Draußen sieht man die Skyline von Singapur.

Dann setzt der Fahrgast seine „Virtual Reality“ (VR)-Brille wieder ab – und befindet sich mitten im Spitalhof in Reutlingen. Dort ging es am Wochenende um  „Smart urban mobility“. Intelligente – und womöglich mittelfristige ja auch serienreife – Ideen und Visionen zum Thema öffentlicher Nahverkehr im Autobus waren dort zu sehen.

Mehr noch: Da es an der Hochschule immer auch um Textilien, Leder und Stoffe in den jeweiligen Fortbewegungsmitteln geht, konnte man diese in der Werkschau 2018 auch buchstäblich begreifen, anfassen – und sich bei den Studierenden über die einzelnen Materialien informieren.

Zusammen mit der MAN Truck & Bus AG und der Hochschule der Medien (HMD) Stuttgart stellten Absolventen und Studierende des Studiengangs Transportation Interior Design der Hochschule Reutlingen (TID) innovative Projekt- und Abschlussarbeiten vor. Der Schwerpunkt bei den visionären Studien waren in diesem Jahr „futuristische Stadtbus-Konzepte“.

 Wie der öffentliche Nahverkehr der Zukunft aussehen könnte präsentierten sie zwei Tage lang – und dies immer in der Hoffnung, dass Hersteller und Zulieferer der Automobilindustrie vorbeischauen. Das tun sie häufig, und manchmal gibt es dann ganz konkrete Forschungsaufträge.

Wie wird die urbane Mobilität beim öffentlichen Nahverkehr mit Omnibussen wohl neu definiert? Smart, verlinkt, vernetzt und emotional: So  sind innovative Konzept- und Designideen für Stadtbusse entstanden. Und auch hier geht es freilich um das Thema autonomes Fahren.

Faszinierend, praktisch, zukunftsweisend oder einfach eine ästhetische Studie – was wird sich realisieren lassen, ist der Bedarf und die Bereitschaft der Industrie vorhanden? Schon zahlreichen Reutlinger Studierenden ist es in all den Jahren gelungen, nicht nur Interesse zu wecken. Sie wurden von VW, Audi, Renault und anderen fest „gebucht“.

Das Beeindruckende an den Werkschauen ist allerdings, dass dort sowohl die Studien von Absolventen wie auch von Erstsemestern vertreten sind. Der „Bus für Singapur“, dem asiatischen Stadtstaat „der Nachhaltigkeit“, wie Goretzky sagt, stammt von Kathrin Thalmann – erstes Semester bei TID. Der Omnibus als Wellness-Oase? „Das Dach des Busses ist aus Blättern, durch die Sonne gebrochen wird“, so Thalmann. Nachts sehen die Fahrgäste dort dann den Sternenhimmel – ganz virtuell versteht sich.

Michael Goretzky, Dekan der Fakultät TD in Reutlingen, und seine Kollegin Andrea Lipp-Allrutz, Studiendekanin von Transportation Interior Design (TID), zeigten sich in ihren kurzen Statements recht stolz, dass auch die Erst- und Zweitsemester „ein sehr hohes Niveau erreicht haben“.

Und jede Menge Fantasie ist immer auch dabei: Sitze, Stoffe, Farben, Materialien – und wie steht’s um die passende Raumwirkung? Das Trio Lena Beier, Maximilian Borkmann und Sophie Reiff entwickelten Konzepte für den Hersteller MAN – mit ihrem „innovative MAN City-Bus“. Sie wollen „den Innenraum auf die Ansprüche und Bedingungen des Nutzers im autonomen Fahrzeug anpassen“. Zukunftsmusik? Klar doch, denn das ist ja die Aufgabenstellung. So soll es in dem „MANGO“-Bus auch eine „integrierte Saft-Bar“ geben, an welcher der Fahrgast Trinkkugeln für den kleinen Durst erhält“.

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