Pfullingen Singen im ganz großen Stil

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Pfullingen / 28.02.2014

Ein Ruck muss durch die Eintracht gehen – so zumindest sieht’s deren Dirigent Eberhard Höngen. Deshalb auch will der Männergesangverein „im Herbst auf die Pauke hauen“. Geübt wird dafür jetzt schon.

EVELYN RUPPRECHT

Dieses Jahr kommt bei der Eintracht alles zusammen. Nicht nur, dass der Verein 110 Jahre alt wird und Eberhard Höngen seit einem halben Jahrhundert Dirigent ist. Bei der Mitgliederversammlung hat sich die Eintracht vor kurzem auch noch eine Verjüngungskur verschrieben und Alexander Müller und Jan Hoppe zum ersten und zweiten Vorsitzenden gemacht (wir berichteten). Damit jetzt auch noch der einst so mächtige Männerchor wieder zu alter Sangesstärke zurückfindet, gehen die Pfullinger neue Wege.

„Große Chöre singen“ ist der Titel des Projekts, das im Frühling startet und im Herbst mit gleich mehreren Konzerten enden soll. „Wir beginnen am 28. April mit den Proben“, erklärt Höngen, der jetzt ein Rundschreiben an viele Vereine in der Umgebung schickt. „Würden Sie gern mal in einem Männerchor mit über hundert Sängern singen? Wir machen es möglich!“, heißt es in dem Brief, den Höngen zusammen mit dem Ersten Vorsitzenden versendet. Adressaten sind unter anderem Chöre in der Umgebung, die zwar noch existieren, aber nicht mehr auftreten. „Die Gomadinger oder die Würtinger zum Beispiel, die singen nicht mehr öffentlich“, weiß der Eintracht-Dirigent. Und wie die Mitglieder anderer Vereine sollen auch sie die Chance haben, bei diesem Projekt in einem riesigen Chor mitzusingen. „So große Konzerte werden heutzutage immer seltener“, bedauert Höngen und betont gleichzeitig, dass die Teilnahme daran nicht dazu verpflichtet, langfristig bei der Eintracht mitzusingen. Und abwerben von anderen Chören wolle man auch niemanden. „Das alles ist unverbindlich und nur auf die Konzerte im Herbst ausgerichtet.“ Dann, hofft Höngen, stehen am Ende vielleicht 180 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne der Pfullinger Hallen.

Das „Requiem aeternam“ wird beim großen Jubiläumskonzert am 8. und 9. November genauso auf dem Programm stehen wie das Jagdlied aus „Der Wildschütz“ oder das „Ständchen für Dulcinea“. An dem November-Wochenende wird indes nicht nur der Männerchor der Eintracht mit den Gastsängern die Bühne bevölkern, auch ein Gemischter Chor aus Pfullingern und Oberensingern ist dabei, genauso wie die Dusslinger Aktiven und ein Junger Chor. Eine Kooperation, die entstehen konnte, weil Höngen auch Dirigent in Dusslingen und in Nürtingen ist – wo das Konzert übrigens am 25. Oktober und 22. November ebenfalls stattfinden wird.

Was die Eintracht da im Sinn hat, hat mittlerweile sogar jüngere Sänger aus den eigenen Reihen, die momentan in der „Juke Box“ aktiv sind, schon aufmerksam gemacht. „Ein großer Chor hat eben eine ganz andere Wirkung“, erklärt Höngen, der in diesem Herbst sein Dirigenten-Jubiläum feiern kann.

Höngen, Sohn eines Berufschorleiters, hat vor 50 Jahren zum ersten Mal den Taktstock in die Hand genommen. Das war in seiner Heimat, in Remscheid. Inzwischen hat er viele Stationen als Dirigent hinter sich, seit fast 30 Jahren ist der Mann, der in diesem Monat 70 wird, von der Eintracht nicht mehr wegzudenken.

Jetzt will er mit dem Verein noch mal richtig was reißen. Da sind die Prag-Reise der Eintracht Ende Mai und das Serenaden-Konzert am 29. Juni nur zwei von vielen Bausteinen. Davor aber noch beginnen erstmal die Proben für die Eintracht-Männer und ihre Gastsänger.

Im 14-tägigen Rhythmus treffen sie sich immer montags von 20 bis 21.30 Uhr. Start ist am 28. April im Musiksaal der Schloss-Schule. Und wer jetzt Lust darauf, mitzumachen, der kann eine E-Mail an e.hoengen@web.de schreiben und sich anmelden.

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