Reutlingen Sie wollen die Welt besser machen - in 72 Stunden

Um 17.07 Uhr startet gestern auf dem Marktplatz die Aktion "72 Stunden": Binnen drei Tagen wollen die 420 Teilnehmer des Dekanats Reutlingen-Zwiefalten mit ihren Projekten die Welt ein bisschen besser machen. Foto: Anne Leipold
Um 17.07 Uhr startet gestern auf dem Marktplatz die Aktion "72 Stunden": Binnen drei Tagen wollen die 420 Teilnehmer des Dekanats Reutlingen-Zwiefalten mit ihren Projekten die Welt ein bisschen besser machen. Foto: Anne Leipold
Reutlingen / ANNE LEIPOLD 14.06.2013
Sie alle haben nur ein Ziel: Die Welt besser machen. Alles, was die 420 Teilnehmer im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten dafür brauchen, sind ein Projekt und Zeit. Um 17.07 Uhr startete gestern die Aktion "72 Stunden".

Was kann Solidarität bewirken, wie kann Menschen am Rande der Gesellschaft geholfen werden, was kann die Welt besser machen? Diesen Fragen stellen sich 420 Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene sowie die Leiter der elf Gruppen im Dekanat Reutlingen-Zwiefalten, die sich für die Aktion "72 Stunden. Uns schickt der Himmel" angemeldet haben. 2004 vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ins Leben gerufen, nehmen an der dritten Aktion erstmals alle Diözesen in Deutschland teil. Kooperationspartner des Dekanats Reutlingen-Zwiefalten ist die Caritas Fils-Neckar-Alb.

Das Ziel ist ehrgeizig: Binnen drei Tagen packen die Teilnehmer mit ihren Projekten dort an, wo Geld oder Bereitschaft fehlen. Sie wollen zeigen, wie mit Einfallsreichtum und Wissen das schier Unmögliche gelingen kann.

In ihren grasgrünen T-Shirts bevölkerten sie gestern zum Auftakt am späten Nachmittag den Reutlinger Marktplatz, um sich ihr Projekt abzuholen. Sie feierten mit Musik und Spielen bis zum bundesweiten Start um 17.07 Uhr. Pünktlich wurden dann die Eninger Pfadis zu "einem Stamm für alle Fälle". Die Pfadfinder aus Reutlingens Norden "gestalten das Dschungelbuch für Reutlingen", die Pfadis des Reutlinger Südens "machen St. Wolfgang aktiv" und die Minis der Seelsorgeeinheit Süd-West werden die folgenden 72 Stunden "mit allen Sinnen" erleben. Schirmherr Simon Tress überreichte die bis dahin in Schachteln wohl behüteten Projektutensilien.

Für den Bio-Sternekoch war es keine Frage, dieses Amt zu übernehmen. "Es ist eine sehr starke Leistung, in der heutigen Zeit so viele junge Leute zu bekommen und zu organisieren, das verdient höchsten Respekt", sagte Tress auf der Bühne. Davor ziehe er seinen Hut. Tress Engagment schätzen die Mitarbeiter des Koordinierungskreises sehr. Es sei nicht selbstverständlich, dass ein vielgefragter Spitzenkoch das Amt des Schirmherren übernehme, dankte ihm Dekanatsjugendseelsorger Pedro Martins.

"Es hat Spaß gemacht". Deshalb beteiligen sich auch die 14 Jahre alten Jungen Tim und Valentin zum zweiten Mal an dieser Aktion. 2009 haben sie im Hohbuch ein Familienfest ausgerichtet. "So ein Fest, da wären wir sofort dabei", sind sich die Jungs einig. Sich sozial einzubringen findet Paul Brauße wichtig. Auch er war 2009 für die Eninger Pfadfinder mit von der Partie. Dem 16-Jährigen gefällt der Zusammenhalt in der Gruppe sowie die gemeinsame Arbeit und "das Gefühl, etwas erreicht zu haben".

Ab heute werden die Gruppen vor Ort an ihren Projekten arbeiten. Dafür gibts sogar schulfrei, wie Jugendreferentin Gianna-Luisa Miola weiß. Am Samstag wird sich Simon Tress gemeinsam mit den Mitarbeitern des Koordinierungskreises die Arbeiten ansehen.

Schluss wird nach genau 72 Stunden am Sonntag um 17.07 Uhr sein. Alle Akteure sind dann noch einmal am 21. Juni zu einem Abschlussfest mit Gottesdienst in St. Andreas in Orschel-Hagen eingeladen.

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