Sie wissen nicht weiter

Moi.
Moi. © Foto: Kiehl
swp 16.09.2017

Als die Betzinger Familie im Jahr 2007 in die wunderschöne Dachgeschoss-Wohnung in dem von der GWG  neu erbauten Gebäude der Betzinger Polizeistation in der Mühlstraße zog, schien das Glück perfekt. Heute, zehn Jahre später, ist die Familie am Boden zerstört. Eine Woche vor Weihnachten 2016 stellte die Familie einen Wasserschaden in der GWG-Wohnung fest. Als man alle Zimmer untersuchte, traf die Bewohner fast der Schlag: erhebliche Schimmelpilze und Feuchtigkeit an fast allen Wänden. Die Familie musste so schnell wie möglich alles zusammenpacken und raus aus ihren vier Wänden. Gefährliche Schimmelpilze und Bakterien hatten sich aufgrund der Feuchtigkeit gebildet, wie später das Berliner Labor „Umweltmykologie“ in einem von der Familie  bezahlten Gutachten aufgrund von Proben-Untersuchungen festgestellt hat. Das Institut für Schimmelpilzdiagnose in Hohenstein urteilte: „Sie sollten auf keinen Fall ohne Feinreinigung und Freimessung in die Wohnung zurückkehren.“

Die GWG als Wohnungseigentümer reagierte. Zunächst. Nachdem die Familie im Januar in eine Ferienwohnung in Betzingen gezogen war, begann der Trocknungsprozess in der Wohnung. Das Ergebnis war nicht das, was man erwartet hatte. Denn auch nach der Trocknung blieb die Wohnung feucht. Kein Wunder. Denn Handwerker entdeckten nun, bei genauerem Hinsehen, einen schlimmen Wasserschaden, entstanden durch ein defektes Fallrohr.

Das alles sei nun repariert, die Wohnung wieder bewohnbar, so der im Sommer ergangene Bescheid der GWG an die Familie, die übrigens in den vergangenen Monaten die Miete brav weiter bezahlte, um das Zuhause nicht zu verlieren. Doch ein Wiedereinzug ist derzeit unmöglich. Denn die vom Gutachter explizit benannte Feinreinigung samt Öffnung des Bodens bis auf die Rohdecke ist nur in einem geringen Maße passiert. Gefährliche Schimmelpilze könnten weiterhin in den Zwischendecken und den Dämmschichten hängen.

Tausende Euro hat der Schaden die Familie bislang gekostet. Denn auch viele der Möbel mussten wegen des Verdachts, dass sich dort Schimmel abgesetzt hat, entsorgt werden. Am liebsten würde sich die Familie eine neue Wohnung nehmen, um endlich wieder ein Zuhause zu haben. Aber der Wohnungsmarkt ist leergefegt. Wie es weiter gehen soll, wissen die Betzinger im Moment nicht. Sie haben langsam keine Kraft mehr.