Mehr als 30 000 Besucher sind nach den Worten von Tanja Ulmer als Geschäftsführerin des Reutlinger Stadtmarketings (Start) am gestrigen verkaufsoffenen Sonntag sowie beim gleichzeitigen mittlerweile schon 20. Tag der Sicherheit in die Innenstadt gekommen. An manchen Engstellen gab es in der Wilhelmstraße phasenweise kaum mehr ein Durchkommen – die Besucher mussten Geduld zeigen. Was aber an diesem entspannten Sonntagnachmittag überhaupt kein Problem war. Einige der Gäste nutzten die Gelegenheit und setzten sich in eines der Straßencafés, sofern es noch frei Plätze gab. Schließlich ließ es sich bei dem herrlichen Spätsommerwetter mit T-Shirt-Temperaturen dort extrem gut aushalten.

Gleiches galt im Übrigen auch für die Läden, denn dort konnten die Besucher in aller Ruhe mal die Sortimente durchstöbern – wofür die wenigsten Menschen aus der arbeitenden Bevölkerung unter der Woche wirklich Zeit haben. Ganz viel Publikum ließ sich aber auch zu den Attraktionen an diesem Tag der Sicherheit verführen: „Wir sind mit rund 200 Personen von den Sicherheitsdiensten wie Feuerwehr, Rotem Kreuz, DLRG, Johanniter, Malteser und THW hier vor Ort“, berichtete Adrian Röhrle als stellvertretender Reutlinger Feuerwehrkommandant. Viel Aufmerksamkeit erregten natürlich die Präsentationen der Rettungshundestaffel auf dem Reutlinger Marktplatz. Wer selbst einen Vierbeiner sein eigen nennt, der weiß, wie schwierig es für die Hunde ist, sich ruhig und konzentriert zu verhalten, wenn andere Bellos in der Nähe sind. Für die Tiere der Hundestaffel ist das eine der leichtesten Übungen. Ebenso wie das Balancieren auf Brettern und Leitern oder gar auf wackelndem Untergrund. Eine besonders gute Schulung ist aber Voraussetzung dafür, wie der Moderator ausführte.

Andere Vorführungen und Informationen gab es auch beim Braun-Möbel-Center, am Albtorplatz oder im Bürgerpark und vor der Stadthalle: Dort konnten sogar Freiwillige selbst an einem schrottreifen Auto mit einer Feuerwehr-Metallschere Hand anlegen – ein Abenteuer, das sich viele nicht entgehen lließen. Adrian Röhrle verwies darauf, dass der gestrige Sicherheitstag schon seit 20 Jahren durchgeführt wird. „Und der Erfolg gibt uns recht“, sagte der stellvertretende Feuerwehrkommandant. Das lasse sich zuallererst am Wetter ablesen – wäre es nämlich so trüb, nass und kühl wie am Samstag gewesen, hätte sich mit Sicherheit nicht halb so viel Publikum in der Innenstadt eingefunden. Röhrle verwies augenzwinkernd auf einen „guten Draht nach oben“. Ein weiterer Beweis für das Erfolgskonzept des Reutlinger Sicherheitstages sei die steigende Anzahl an Anfragen von auswärtigen „Blaulichtfraktionen“: „Immer mehr würden gerne mitmachen und sich präsentieren“, so Röhrle.“ Ein weiteres Highlight auf dem  Marktplatz war gestern die Vorführung der Feuerwehr, als ein Unfall mit Gefahrstoffen simuliert wurde. Eine verletzte Person wurde von DRK und Feuerwehr gemeinsam gerettet und der heftig dampfende Gefahrstoff sicher entsorgt.

„Alle waren hochzufrieden“, zogen die Beteiligten ein durchweg positives Fazit. „Auch wenn der Einzelhandel bei so schönem Wetter nicht die erste Rolle bei den Besuchern spielte“, so klang ein Hauch von Bedauern bei Edgar Lehmann als stellvertretendem Vorsitzenden von RT Aktiv durch. Dennoch: Es gehe ja um langfristige Kundenbindung – und da sei der gestrige Tag positiv zu bewerten. Ähnliches betonte auch Harald Herrmann als Reutlinger Feuerwehrkommandant: Die Nachwuchswerbung sei ein großer Erfolg gewesen. Und die Rettungsdienste hätten sich mit ihren Arbeitsbereichen positiv in der Öffentlichkeit darstellen können. „Wir als Stadtmarketing sind ebenso glücklich“, resümierte Tanja Ulmer. Einige Firmen konnten sich mit dem Sicherheitsthema hier präsentieren, „insgesamt war das wie ein toller Urlaubstag für alle Besucher“.