Die junge Radlerin hat keine Chance, wird von einem Auto heftig angefahren. Jetzt müssen die Ersthelfer vor Ort zügig, routiniert und umsichtig gleichermaßen agieren. Spannend moderierte DRK-Mann Heiko Kästle die Übung – mit jeder Menge blutiger Farbe aus dem Schmink-Köfferchen – sowie der Radlerin Malin Stängel (16) und dem Autofahrer Benjamin Scholz (22). Rund zwei Dutzend Mitglieder zählt die DRK-Jugend in Pfullingen derzeit. Interessierte erfuhren am Samstag auch, dass das Altersspektrum dort offiziell von sechs bis 27 Jahren reicht.

Ein heftiger Windstoß reicht – schon hängen Gleitschirmflieger in hohen Bäumen. Und oft ist es nur ein Fehltritt, der Kletterer im Berg buchstäblich hilflos in den Seilen hängen lässt. Die Pfullinger Bergwacht zeigte ihr Können ebenso wie das Deutsche Rote Kreuz, dessen Jugend nach einem Unfall Erste Hilfe leistete. Und vorbeugende Hilfe nötig haben nicht nur hoch betagte Menschen, um sie vor fieser Abzocke am Telefon zu bewahren.

Das Spektrum an Themen ist breit gefächert, wenn es um Sicherheit geht. So informierten am Samstag beim DRK-Zentrum in der Schloßstraße auch Firmen, die Spezialisten in Sachen sichere Rollläden und Fenster sind, die Einbrechern das Geschäft so schwer wie möglich machen sollen. Die Besucher erfuhren, dass bisweilen schon pfiffige, kleinere Vorrichtungen ausreichen, die einem professionellen Gauner signalisieren, dass diese ihn viel zu lange beschäftigen würden, ein Bruch zeitlich zu riskant wäre.

N.E.I.N.-Projekt

Mit von der Partie war am „Tag der Sicherheit“ auch das Projekt „N.E.I.N.“, eine 2014 gegründete Schule von Marc Loula, der unter anderem Kurse zum Schutz gegen gewalttätige Attacken anbietet. Loula und sein Team arbeiten auch eng mit der Opferschutz-Organisation „Weißer Ring“ zusammen, der ebenfalls vor Ort war.

In der vom Regen ebenfalls nassen Kletterwand hängt hilflos ein junger Mann, dem die Felswand einen heftigen Schlag versetzt hat. Seine Seilschaft kann ihm nicht mehr helfen. Der Bergretter Tim befindet sich in der Nähe und zeigt den Zuschauern, wie er bei dieser Übung den Sportkletterer sicher auf den Boden bringt. Auch Seilschaften der Bergwacht Pfullingen im mehrköpfigen Verbund demonstrieren, wie Unfallopfer aus ihrer Gefahrenlage befreit werden.

Brandaktuell: Telefon-Abzocke

Ein brandaktuelles Thema ist derzeit auch die verbrecherische „Telefon-Abzocke“. Dabei geht es gut organisierten Betrügern darum, bevorzugt betagte Menschen um ihre Ersparnisse zu bringen. Und sie finden jede Menge Opfer, die ihnen auf den Leim gehen. Die Kriminalpolizei ist derzeit landauf landab auch mit Info-Mobilen unterwegs, um über die Gefahren aufzuklären. Denn die Zahl der Fälle nimmt zu. Auch das „Cybermobbing“ samt Internet-Kriminalität. Ein Lied davon singen kann Jochen Hagenlocher von der Abteilung Prävention im Polizeipräsidium Reutlingen. Dabei ist das Verbrechen, wie seit jeher, oft schneller als die Polizei. Auch die weltweit agierenden Banden melden ihre Coups nicht vorher an. Mit Hilfe des Internets beschaffen sie sich Fantasie-Telefonnummern, weiß Hagenlocher. Besonders dreist sei der „110“-Trick, mit dem sie vorgeben, Polizeibeamte zu sein.

Umso wichtiger sei daher die Prävention durch Information. Und weil es vermehrt auch um die Abzocke bei windigen Kaufverträgen und Inkasso-Androhungen am Telefon geht, „arbeiten wir jetzt Hand in Hand mit dem Verbraucherschutz“, so Hagenlocher.

Viele helfende Hände hatten die Organisatoren des Pfullinger Sicherheitstags auch in der Küche. Trotz nur zwölf Grad und Nieselregens waren viele Besucher zum DRK-Zentrum gekommen. Und die wurden mit großen Pizzen, Grillwürsten, Kaffee und Kuchen bestens bei Laune gehalten.

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