Umwelt Seit Jahren eine Brandruine

Brandruine im Storlach: Seit der Brandnacht im Juli 2013 hat sich nichts verändert, zum Ärger der Anwohner. Jetzt sollen anscheinend Gespräche mit dem Eigentümer laufen.
Brandruine im Storlach: Seit der Brandnacht im Juli 2013 hat sich nichts verändert, zum Ärger der Anwohner. Jetzt sollen anscheinend Gespräche mit dem Eigentümer laufen. © Foto: Carola Eissler
Reutlingen / Carola Eissler 10.01.2018

Welche Handhabe hat die Stadt auf privatem Gelände, wenn dort Schrott, Sperrmüll und allerlei Unschönes herumliegen? Eigentlich keine, sagt eine Sprecherin der Stadt. Dabei könnte das Ordnungsamt schon ein Bußgeld androhen, sollte das Gelände nicht in sauberen Zustand versetzt werden. Beispiele aus anderen Städten zeigen dies eindrücklich.

Seit fast fünf Jahren liegt eine Brandruine mitten im Wohngebiet an der Ecke Christophstraße/Wiesstraße. Inzwischen ist daraus eine veritable Müllhalde geworden. Zum Ärger der Anwohner und derjenigen, die direkt daneben wohnen müssen.

Im Juli 2013 wurde die Feuerwehr Reutlingen nachts zum Brand eines Mehrfamilienhauses im Storlachgebiet gerufen. Bei dem großen und herausfordernden Einsatz wurden Menschen aus dem Gebäude gerettet, mehrere Feuerwehrleute wurden sogar leicht verletzt. Ein Übergreifen der Flammen auf das danebenliegende Haus konnte verhindert werden, der einstöckige Anbau brannte jedoch vollkommen ab.

Im Jahr 2015 hatte der Eigentümer eine Baugenehmigung zum Wiederaufbau des abgebrannten Gebäudes beantragt und auch erhalten, wie die Stadt auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE bestätigt. Seither ist allerdings nichts mehr passiert.

Bis vor wenigen Tagen. Denn nun scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Man sei „aktuell mit den Eigentümern im Gespräch“, drückt man es bei der Stadt vorsichtig aus. Dies könnte also bedeuten, dass nun, nach fünf Jahren, das Grundstück endlich wieder bebaut oder zumindest in einen akzeptablen Zustand versetzt wird. Die Anwohner wird’s freuen.

Sperrmüll, Müll, Schutt auf dem Grundstück

Darf man auf seinem eigenen Grundstück nicht tun und lassen, was man will? In Deutschland ist dies nicht so einfach. Denn das Kreislaufwirtschaftsgesetz regelt die Abfallbeseitigung. Aus Hygiene- und Umweltschutzgründen darf auf Grundstücken nämlich zum Beispiel kein Müll gelagert werden. Eine kommunale Behörde hat das Recht, im Bedarfsfall einzugreifen und den Müll oder Sperrmüll entsorgen zu lassen.

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