Einmal auf lustvolle Weise und augenzwinkernd den Kropf geleert und in knitze Texte verpackt: Ulkige und ebenso tiefgründig-biografische Texte erwarteten die Zuhörerschaft unlängst im Atelier „Schmalezwo“ von Helmut Bachschuster und Matthias Knodel („Knoba Sörwiss“).

„Spätzünder & Freunde“ heißt das Werk, bei dem die Künstler Didi von Au und Gerald Ettwein („Mamfred & Wunderle“) ihrem Publikum knitze Texte mit Blues, etwas Reggae und Country-Rhythmen darbieten. Die beiden Künstler, als schwäbische Spaßmacher auch durch ihr Programm „Soko Bempflingen“ bekannt – daraus sind auch einige Stücke –, wollten einfach Spaß haben an lustigen und frechen Texten und Musik, wobei diese nicht von ihnen allein kommen sollte.

Klar, das weltweit wohl einzige Mini-Klavier von Ettwein aus Holz und im Vogelkäfig-Format macht auch einiges her. Und Didi von Au ist ein routinierter Gitarrenvirtuose. Aber wozu sind schließlich Freunde da. Die fanden sich dann zuhauf, spielten aber, das ist auch rekordverdächtig, nach eigenem Bekunden nur einmal zusammen – „für das einzig live aufgenommene Stück, verrät Benni Strohmaier. Bei der Premiere der Spätzünder-CD in Bachschusters Stammtisch-Runde in Pfullingen sorgte Strohmaier auch für die Percussion und hatte sich beim Projekt von Au/Ettwein als Tonmeister bleibende Verdienste erworben. Und es kommt noch besser: „Jeder einzelne Musiker übte seinen Part ganz allein für sich“. Danach wurden die Tonkonserven abgegeben und im Studio zusammengemischt. Am 11. Januar dann kam die CD frisch gepresst raus und als recht schmackhaftes Gericht am 31. Januar auf den Tisch in der „Schmalezwo“.

Die Premieren-Gäste waren schwer begeistert, denn die Harmonie der Töne stimmte, bei so unterschiedlichen Instrumenten wie dem Hackbrett oder der Blues-Harp. „Geile Effekte“ kamen da zusammen, brachte Gerald Ettwein das Produkt in die poetische Kurzform. Neun Musiker, 14 Songs und jede Menge Spaß in Sachen Wortakrobatik: Da kommt ordentlich etwas auf die Ohren. „Guck’ no, wo’s schee isch“ kennen die meisten Leute auch aus dem Finale des „Life of Brian – „Always look on the bright side of life.“ Doch dieses Stück gehört neben „I ben oifach net recht z’frieda“, dem verballhornten „Satisfaction“ der Stones, zu den wenigen Stücken auf der Scheibe, bei der sich das schwäbische Duo Anleihen nahm.

Matthias Knodel spielte zum Auftakt an den Keyboards, hatte eine Mandoline dabei – und sogar ein Hackbrett. Es wurde unterbrochen, um die ständig wechselnden Instrumente zu stimmen, natürlich gab es den nicht unüblichen, kleinen Stromausfall als Intermezzo, doch die Stimmung war prächtig.

Denn gute Laune machte auch Charlie Nisi mit seiner Mundharmonika, ja, so geht Blues. Schlagzeug und der satte Bass kamen von Eberhard Herrmann. Der Theatermusiker Wolfram Karrer mischte ebenso bei den „Freunden“ mit wie Jochen Lanius und Dizzy Pandtle, ein versierter Percussionist, der von den beiden Sängern auf ihrem CD-Text gar als „Uraltfreund“ geführt wird.

Der „Obstsalat“-Blues der Herren im nicht mehr ganz so jugendlichen Alter erinnerte auch das Publikum daran, was so alles eben keine Diät ist, und in „My Bua“ geht es um ein Klassentreffen nach langer Zeit, auf dem die Männerrunde über die so riesigen Erfolge ihrer Söhne schwadronieren  in der Art „Na, was macht Dein Bua denn so?“

„Uff d’Alb nuff“ wiederum ist eine etwas hintergründige Liebeserklärung an „Schwäbisch Sibirien“, deren Stereotypen und Klischees, die in die Einladung münden: „Wenn’s wissa willsch, wie’s wirklich ist, dann komm’ halt mal nuff“. Die CD „Spätzünder & Freunde“ ist im Eigenverlag erschienen und zunächst auf 500 Exemplare limitiert. Infos: www.diespaetzuender.de.