Den 24. Juni 2016 werden die Pfullinger noch lange in Erinnerung behalten. Und mit dem 1. und 2. Juni 2013 schaut’s nicht anders aus. Zwei Mal Starkregen. Zwei Mal Hochwasser. Beide Male die Turnhalle am Gymnasium ruiniert. Beide Male das Feuerwehrhaus fast geflutet. Ein drittes Mal soll es nicht geben, hatte Bürgermeister Michael Schrenk gesagt, als er im vergangenen Sommer den Stadtplan anschaute, auf dem sämtliche Schadensstellen mit roten Stecknadeln behaftet waren. Darunter auch das Friedrich-Schiller-Gymnasium und das Domizil der Feuerwehr.

Wie die Pfullinger das hinbekommen sollen, dass sich die Ereignisse nicht wiederholen können, das erläuterte Diplom-Ingenieur Ulrich Haas von der Stuttgarter InfraConsult dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Er hat ein hydraulisches Fließgutachten ausgewertet, in dem vor allem die beiden „Hotspots“ berücksichtigt sind. Das Gymnasium war deshalb von den Fluten betroffen, weil das Oberflächenwasser die Klosterstraße entlang floss und dann eine Senke im Kreuzungsbereich mit der Hohe Straße füllte. Das Überlaufwasser gelangte an die Außenflächen der Schule, geborstene Scheiben und eine geflutete Turnhalle waren die Folge. Mit einer „Geländemodellierung“ will man dem nun Abhilfe schaffen. Die Flutmulde soll das Wasser wieder zurückweisen in die Echaz, weshalb die Fahrbahn und die Parkflächen abgesenkt werden sollen und der Fußweg nach Osten verlegt wird. Für die Planungen gibt’s zwei Kostenvarianten: Einmal mit vier Parkplätzen (130 000 Euro) und einmal ohne Abstellflächen (120 000 Euro). Für Ulrich Haas ist’s eine Gewissensfrage, ob die Autos bleiben können, oder aus der Hohe Straße verschwinden müssen. Im Fall eines Starkregens, sagt er allerdings, „könnten die Autos sich verkeilen und den Abfluss des Wassers verhindern“. Während Martin Fink (UWV) befand, dass das „Lehrerparkplätze sind“, die man an der Stelle nicht brauche, gab’s auch andere Stimmen. Gerd Mollenkopf (CDU) zum Beispiel würde lieber acht als vier Parkplätze anlegen lassen. Letztlich überließen es die Räte allerdings – auf Anraten von CDU-Mann Gert Klaiber – den Planern, was mit den Stellflächen geschehen soll. Umgesetzt werden können die Pläne laut Stadtbaumeister Karl-Jürgen Oehrle wohl schon im April oder Mai. Also vor der nächsten Hochwassersaison.

Ganz so schnell gehen wird es bei der Feuerwehr allerdings nicht. Es dürfte wohl Herbst werden, bis die stationäre Hochwasserschutzmaßnahme dort aufgebaut wird, weshalb sich die Floriansjünger bis dahin mit einem mobilen Schutz gegen die Fluten rüsten müssen. Dort war das Wasser im vergangenen Juni nicht von der Echaz, sondern aus Richtung Silcherstraße gekommen.  Die Uferbepflanzung, die den Rückstrom in die Echaz behindert hatte, soll nun ausgedünnt werden, außerdem wird eine Mauer mit einer Höhe von 1,2 Metern entlang des Schotterfußweges gebaut. Die Mauer allerdings ist auch der Grund dafür, dass der Oberflächenwasserkanal, der den Übungsplatz quert, von 600 auf 900 Millimeter Durchmesser ausgeweitet wird. Und das auf einer Länge von 70 Metern. Weil der Feuerwehr gleichzeitig auch die Lagerflächen ausgehen, soll sie noch eine unbeheizte Containerhalle bekommen – deren Bodenplatte praktischer Weise in die neue Mauer übergehen könnte. 100 000  Euro kostet die Bodenplatte, 90.000 die Verlegung des Kanals und 150 000 die Mauer inklusive des Hochnehmens von Lichtschächten. All die Planungen zum Feuerwehrhaus, so hat’s der Gemeinderat beschlossen, sollen nun weiterverfolgt werden. Für die Mulde am Gymnasium gab’s bereits grünes Licht, das Büro Herrmann & Mang soll die weiteren Planungs- und Ingenieurleistungen übernehmen.