Eine Hundestaffel war gekommen, die Wasserretter vom DLRG, die Feuerwehr und die Bundeswehr waren auch mit von der Partie. Entsprechend geschminkt, lagen die Opfer von Unfällen mit einer Amputationsverletzung oder mit einer Schraube im Fuß da. 13 spannende Workshops gab es auch, zudem konnten die jungen Leute mit Material zur Alterssimulation ausprobieren, wie es ist, im Leben nach und nach weniger mobil zu sein

Der Begriff „erlebnisreich“ wäre untertrieben gewesen, um diesen Event anzukündigen: Das Jugendrotkreuz im DRK Kreisverband Reutlingen hatte zum Schulsanitätstag am Samstag zum Erste-Hilfe-Turnier und vielem mehr ins Reutlinger Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) eingeladen – es kamen sogar Teilnehmer und Gäste aus Heidenheim, Biberach und aus Tuttlingen.

Ja, es gibt sie noch, die Schulsanitätsdienste – und die jungen Leute können zusammen mit ihren ebenfalls geschulten Lehrern bei Notfällen schnell helfen, so lange bis der Notarzt oder die Rettungssanitäter kommen. Denn das haben sie gelernt und halten sich, zumeist in einer entsprechenden AG, fit für den Ernstfall.

 „Es ist noch nicht lange her, da hatten wir einen Herzstillstand an einer Pfullinger Schule, und die Erste Hilfe vor Ort hat sich bewährt“. Der Patient konnte in der Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes erfolgreich versorgt werden, weiß Janna Schreiber, die Kreisjugendleiterin beim DRK Reutlingen ist. Das betreut die Schulsanitätsdienste – und einmal im Jahr ist auch in der „Region-Süd“ des Landes.

Zusammen mit ihrer Vize Kathrin Reiber, der Schulkoordinatorin beim DRK, Bettina Plankenhorn und Johannes Baumann, der  in diesem Bereich ehrenamtlich tätig ist, wurde das große Treffen bereits vor einem Jahr vorbereitet. Begeistert „von der Resonanz und den vielen Möglichkeiten“ für die Schüler war dann auch DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Tiefensee.

Der erfuhr auf seiner Stippvisite im AEG auch, dass das Betreuungsverhältnis dort geradezu einzigartig war: Auf 74 Helfer, Trainer, den Küchendienst  und das Personal anderer Rettungsorganisationen kamen 71 Schüler, verteilt auf elf Gruppen. Die lösten ihre Aufgaben mit Bravour und hochmotiviert, was für Janna Schreiber auch deutlich macht, dass die ausgebildeten Lehrer, die freiwillig Schulsanitätsdienste machen, „auch mit sehr viel Liebe diesen wichtigen Aufgaben nachgehen.“ 25 Schulen im Kreis werden vom DRK betreut.

Das anspruchsvolle Angebot am Samstag mit zahlreichen praktischen Übungen ging weit über das Thema Erste Hilfe hinaus. Den Schülern wurde gezeigt, wie man Patienten in einen Rettungswagen bekommt. Sie sammelten Erfahrungen, wie es ist, sich im Rollstuhl fortbewegen zu müssen. Und dann ging es noch in eine Art „Zeitmaschine“. Stichwort „Barrieren erleben“: Am eigenen Leib konnten sie spüren, wie Menschen im Alltag zurechtkommen und diesen erleben, wenn sie alt sind und mit zahlreichen körperlichen Einschränkungen zurechtkommen müssen. Die Bundeswehr zeigte, wie ihre Erste Hilfe organisiert ist. Und die Reutlinger Feuerwehrjugend sorgte zusammen mit Aktiven der Wehr für Experimente rund ums Thema Brände und Brandverhütung. Ein Gerätewagen mit Utensilien für den Katastrophenfall konnte ebenfalls inspiziert werden. „Diese Veranstaltung ist unser Dankeschön für das Engagement der Schulsanitäter“, sagte Janna Schreiber. Zudem konnten die Schulsanitäter üben, wie man sich hilft, wenn bei Notfällen in der „freien Wildnis“ das Erste-Hilfe-Köfferchen eben einmal nicht dabei ist.