Es ist eine Veranstaltung, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat: Am Freitag, 5. Mai, dem Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, laden die Liga für Teilhabe im Kreis Reutlingen und die Architektenkammer Baden-Württemberg zu einer gemeinsamen Veranstaltung von 16 bis 18 Uhr in den Spitalhofsaal ein. Die Veranstalter rechnen mit 100 bis 120 Personen.

Unter dem Motto „Stadt Land Fluss. Räume ohne Barriere“ geht es um die Frage, wie Schranken beseitigt werden können. Dabei soll es nicht um bauliche Barrieren gehen, die Teilnehmer sollen sich vielmehr mit Einschränkungen aller Art wie einem Fahrkartenautomat auseinandersetzen. Die Veranstaltung, zu der Vertreter aus (Kommunal-)Politik, Gesellschaft, sozialen Einrichtungen Architektur sowie Betroffene eingeladen worden sind, ist in vier Teile gegliedert: Mitglieder der Agentur für unschätzbare Werte haben sich in Verbindung mit dem Projekt „Kultur ohne Ausnahme“ aufgemacht, um in Filmschnipseln Barrieren im öffentlichen Raum zu dokumentieren.

Anschließend wird die Architektin Sigrid Eicken ihr Projekt  „Barrierefreie Universität Stuttgart“ vorstellen. Auf Initiative der Universitätskanzlerin Dr. Bettina Buhlmann wurden dort alle Barrieren erfasst und kartiert. Ein ähnliches Vorgehen wünschen sich Rosemarie Henes von der Liga für Teilhabe und Christopher Schenk als Vorsitzender der Kammergruppe Reutlingen der Architektenkammer Baden-Württemberg auch für Stadt und Kreis Reutlingen. Daraus könnten sich dann passende Maßnahmen einleiten lassen – wichtig wäre hier laut Henes eine systematische Herangehensweise. Einen ersten Ansatz hierfür könnten die moderierten Fachgespräche leisten. Die Basis hierfür soll in heterogen zusammengesetzten Gruppen erreicht werden.

Ganz wichtig sei dabei, so Sascha  Kopetzky, nicht nur zu kritisieren, sondern auch anhand konkreter Beispiele Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Abgerundet wird die Veranstaltung durch die Podiumsdiskussion zur Barrierefreiheit „DIN 18040 nicht 0815 – Von der Norm zur Normalität“. Unter der Moderation von Prof. Dr. Eckart Hammer von Evangelischen Hochschule Ludwigsburg debattieren der selbst im Rollstuhl sitzende Oliver Appel, Vorstand des Dachverbandes integratives Planen und Bauen e.V., Kreissozialdezernent Andreas Bauer, der Vorstandsvorsitzende der Bruderhaus-Diakonie, Lothar Bauer, Ulrich Schwille, Vorstandsmitglied der Architektenkammer Baden-Württemberg, und Konrad Berger, Geschäftsbereichsleiter Planen und Bauen der Stadt Metzingen. „Wir haben trotz intensivster Bemühungen niemand von der Stadt Reutlingen bekommen“, bedauerte Schenk. Das Podium soll zudem, wünscht sich Rosemarie Henes, zeigen, was konkret umsetzbar ist.