Boxen, Fechten, Chearleading, Fußball oder doch lieber Klarinette oder Trompete lernen? Die Auswahl an sportlichen und kulturellen Angeboten in Reutlingen ist vielseitig. Manchmal muss ein Hobby erst ausgetestet werden, um sicher zu sein, dass es zu einem passt.

Angebot für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

Das Kennenlernen einer Sportart oder eines Instrumentes ermöglicht in diesem Jahr die Stadt Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren mit einer einjährigen Schnuppermitgliedschaft in Vereinen mit Jugendarbeit. „Das erste Jahr zahlt die Stadt“, erklärt Uwe Weber, Amtsleiter Schulen, Jugend und Sport. „Die Größe des Geldbeutels der Eltern ist nicht entscheidend.“

Eltern können ihre Kinder bei einem Verein anmelden

Eltern können ihre Kinder bei einem Verein mit sportlichem oder kulturellem Angebot für die Schnuppermitgliedschaft anmelden. Der Verein leitet Alter, Wohnort und Namen des Kindes an das Amt für Schulen, Jugend und Sport weiter. Dieses bezahlt den Vereinen den Mitglieds-  sowie Abteilungsbeitrag für ein ganzes Jahr. Geht dieses zu Ende und das Kind möchte nicht weiter im Verein bleiben, müssen die Eltern die Mitgliedschaft rechtzeitig kündigen. Im anderen Fall zahlen sie künftig die Beiträge.

Bildungs- und Teilhabepaket im Anschluss möglich

Familien, die sich den Beitrag nach der Mitgliedschaft nicht leisten können, können auf das Reutlinger Gutscheinheft beziehungsweise das Bildungs- und Teilhabepaket zurückgreifen, erklärt Weber. Die Idee zu der Schnuppermitgliedschaft hatte die CDU-Fraktion im Reutlinger Gemeinderat. So soll Kindern und Jugendlichen der Anreiz gegeben werden, in die Vereine zu gehen. 20.000 Euro sind für die Schnuppermitgliedschaft im Doppelhaushalt 2019/20 eingestellt.

Einjährige Testphase - Angebot nachjustiert

Nach der einjährigen Testphase wird resümiert, wie das Angebot angenommen wurde, an welchen Stellen nachjustiert werden muss, wie viel Aufwand notwendig war. „Es kann theoretisch auf weitere Angebote ausgeweitet werden, in denen Jugendarbeit geleistet wird“, ergänzt Weber. Letztlich liegt es am Gemeinderat, ob er die Schnuppermitgliedschaft im Doppelhaushalt 2021/22 für das Jahr 2022 berücksichtigen wird.

Vorbild Stadt Göppingen

Vorbild für die Reutlinger Verwaltung war die Stadt Göppingen. Seit 2000 hat sie die einjährige Schnuppermitgliedschaft acht Mal den Kindern und Jugendlichen angeboten. Seit 2017 gibt es dieses Angebot jährlich. Gezeigt hat sich in Göppingen, dass die kulturellen Angebote nur wenig nachgefragt werden.

Auch in Reutlingen geht Weber davon aus, dass der Schwerpunkt im sportlichen Bereich liegen wird. Das Kulturamt Reutlingen macht dennoch mit und hat 50 Kulturvereine angeschrieben, wie Chöre, Musikvereine, Tanzgruppen. „Wir haben uns angeschlossen, da wir es für eine sinnvolle Aktion halten“, sagt auch Kulturamtsleiter Dr. Werner Ströbele.

Spektrum und die Nachwuchsarbeit der Vereine stärken

Bislang durfte an drei Terminen im Verein geschnuppert werden, das hat laut Jutta Fundel, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Reutlinger Sportvereine, aber oft nicht ausgereicht. „Die Verbindlichkeit wird erhöht, man geht jede Woche zum Sport und kann sich besser integrieren“, sagt sie. „Wir sehen auch, dass das Spektrum und die Nachwuchsarbeit der Vereine gestärkt werden kann.“ „Was man früh als gewinnbringend empfindet, kommt später wieder“, sagt Weber hinsichtlich frühkindlicher Förderung. Er erhofft sich, dass sich die Kinder und Jugendlichen später mehr im Verein engagieren und beispielsweise die Ausbildung zum Jugendleiter machen. Und damit letztlich die ehrenamtliche Funktion im Verein gestärkt wird.

Eine Reutlinger Vereinsdatenbank   findet ihr auf www.reutlingen.de.