Reutlingen Schnittstelle zum ersten Arbeitsmarkt

Anstoßen auf den Geburtstag: Im kleinen Rahmen wurde jetzt in der Nikolaikirche Jubiläum gefeiert. Foto: Jan Zawadil
Anstoßen auf den Geburtstag: Im kleinen Rahmen wurde jetzt in der Nikolaikirche Jubiläum gefeiert. Foto: Jan Zawadil
JAN ZAWADIL 02.10.2012
Fünf Jahre Citykirche nach dem Umbau - das sind auch fünf Jahre Café Nikolai und Engagement in verschiedenste Richtungen. Jetzt wurde deshalb im kleinen Rahmen und ganz ungezwungen gefeiert.

Die Nikolaikirche hat viel in ihrer Geschichte erlebt und den unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen einen Platz für deren Gottesdienste geboten. Doch nach und nach wurde das Gotteshaus immer weniger genutzt und verwaiste zusehends.

Im Jahr 2005 wurde es dann Citykirche und nicht nur zum ökumenischen Anlaufpunkt, gleichzeitig wurde sie Begegnungsstätte sowie selbstverständlich immer noch Heimstatt der Vesperkirche. Doch weil sich hier auch immer mehr tat, musste das Gotteshaus umgebaut und auf die neuen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Vor fünf Jahren eröffnete deshalb die in Teilen neu gestaltete Citykirche zusammen mit dem unter der Regie der Bruderhaus-Diakonie geführten Café Nikolai seine Pforten. War von da an ein freundlicher und moderner Ort, der immer mehr Gäste anlockte und im Inneren 60 sowie im Außenbereich 20 Sitzplätze bietet. Angesichts des kleinen Jubiläums sollte dieser Tage nicht allzu groß gefeiert werden. Die Mitarbeiter von Citykirche und des Café Nikolai sowie die Verantwortlichen beider Kirchen waren deshalb einfach gekommen und stießen auf die bislang erfolgreiche gemeinsame Zeit an.

Während die Kirche immer wieder Schauplatz verschiedenster Veranstaltungen ist und Anfang eines jeden Jahres mit der Vesperkirche zum wiederholten Ort des sozialen Engagements wird, zeichnet das Projekt dennoch eines aus: "Es ist europaweit die einzige Citykirche, in der das Café tatsächlich in der Kirche ist", erklärte Pfarrerin Sabine Drecoll. Deshalb würden auch immer wieder Besucher nach Reutlingen kommen, um sich über das Konzept zu informieren.

Dennoch ist das Gotteshaus gleichzeitig Arbeitsplatz für Menschen mit unterschiedlichsten Handicaps. Die Arbeit im Café Nikolai hat laut Gruppenleiterin Anja Schenk mit 14 Beschäftigten begonnen. Zwischenzeitlich seien es nur noch neun Mitarbeiter. Denn die Arbeit sei alles andere als leicht, da die Gäste zwar wissen würden, dass sie in keinem Otto-Normal-Gastrobetrieb seien, ihr Essen aber dennoch pünktlich auf dem Tisch haben möchten.

Das Café, so Schenk weiter, sei letztlich trotzdem als Schnittstelle zum ersten Arbeitsmarkt zu verstehen. Gehe es doch darum, dass die Beschäftigten im normalen Berufsleben Fuß fassen.