Verkehrsinfrastruktur Schiene und Straße kombinieren

Reutlingen / swp 16.04.2018

Der Bundestagsabgeordnete Pascal Kober stärkt den Stadtverband und die Gemeinderatsfraktion der FDP in ihrer Unterstützung eines Intermodalen Terminals in Reutlingen. „Wenn schon Bund und Land viel zu wenig für den Ausbau einer modernen Verkehrsinfrastruktur tun, muss man richtige Ansätze auf kommunaler Ebene fördern“, sagte Kober beim Liberalen Stammtisch im „Joli“.

Stadtverbandsvorsitzender Jürgen Robert Klein und Fraktionsvorsitzender Hagen Kluck  bekräftigten ihre Ablehnung „eines 08/15-Gewerbegebiets auf dem einmalig wertvollen Gelände des früheren Güterbahnhofs“. Reutlingen plant dort eine Umlade-Station für den Lastwagen- und Güterzugverkehr.

Kober bedauerte das mangelnde Engagement der Bundesregierung für eine stärkere Kombination von Schiene und Straße. Über ihr ständiges Krisenmanagement habe Bundeskanzlerin Angela Merkel die Notwendigkeit einer grundlegenden Modernisierung der Infrastruktur wohl einfach vergessen. Liberale würden Verkehrspolitik als Zusammenspiel der jeweiligen Stärken jedes Verkehrsträgers und deren sinnvolle Vernetzung begreifen. „Die Investitionen des Bundes in die Verkehrsinfrastruktur müssen erhöht und damit die jahrelange Unterfinanzierung dort beendet werden“, sagte der Abgeordnete. Dafür solle auch die Planung von Verkehrsprojekten beschleunigt werden. Auch die Digitalisierung könne für den Verkehrssektor ein wesentlicher Schritt zu mehr Leistungsfähigkeit sein.

Nach Auffassung von Stadtrat Kluck kann man mit einem intermodalen Logistikkonzept gemeinsam mit den wesentlichen Akteuren sachgerechte Lösungen entwickeln. Der Reutlinger FDP-Vorsitzende Klein hält es für dringend notwendig, Verlagerungspotenziale des Verkehrs auf die Schiene in Angriff zu nehmen, insbesondere im Hinblick auf das wachsende Güterverkehrsaufkommen. Kombinierter Verkehr könne hier zu einer Bündelung beitragen.

„Ein abgebauter Gleisanschluss kommt nie mehr wieder“, gibt Kluck zu bedenken. Es sei sehr wichtig, gerade im Bereich von relevanten Absatzmärkten ausreichende Logistikflächen zu haben, um die Unterverteilung der Warenströme vornehmen zu können. Laut Robert Klein ist ein Intermodal-Terminal auch für künftige City-Logistik-Konzepte wichtig. Vorstandsmitglied Birgitt Jacobsen erinnerte in diesem Zusammenhang an die Probleme, die es immer wieder bei der Belieferung der Geschäfte in der Fußgängerzone gebe.

Bei der Bahn setzen die Liberalen auf eine „Wettbewerbsbranche Schienenverkehr“. Die dazu notwendige Unabhängigkeit des Netzes und die Beseitigung von Diskriminierungspotential auf der Schiene wollen sie durch eine konsequente Trennung von Netz und Betrieb erreichen. Der heutige Konzernverbund werde insoweit aufgelöst. Die Teilprivatisierung der Transport- und Logistiksparten bleibe ein wichtiges Ziel. Die Netz- und Infrastruktursparten sollen nach Auffassung der Freien Demokraten in staatlicher Hand bleiben. Es müsse auch sichergestellt werden, dass im Netz erwirtschaftete Erträge im Netz verbleiben. Als Sofortmaßnahme müsse die Netzgesellschaft der Deutschen Bahn innerhalb des Konzerns unabhängiger werden, fordern die Freien Demokraten.

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