Alles Apfel oder was? Genau – am vergangenen Samstag stand ganz Betzingen (oder zumindest die Steinachstraße) unter dem Motto der süß-sauren schwäbischen Frucht. Das durfte nicht verwundern, schließlich hatte der Betzinger Gewerbeverein mittlerweile zum 6. Betzinger Apfelfest eingeladen – und dementsprechend ließ sich auf Betzingens Shopping-Meile alles Erdenkliche und auch nicht für möglich Gehaltene rund um die Frucht finden.

So wurden jede Menge Getränke, die man aus Äpfeln produzieren kann, angeboten. Dazu Apfelkrapfen, Apfelkekse, in Schokolade getauchte Äpfel, Apfelmus zu Reibekuchen, zu Kaiserschmarrn, Apfelkuchen und noch vieles mehr. Aber es gab natürlich auch noch zahlreiche andere Leckereien, wie zum Bespiel eritreisches Fladenbrot am Stand des Cafés International – mit Linsen wurde das Brot offeriert, mit Gemüse und mit Fleisch. Allerdings nicht mit Apfel. Das hätte wohl auch kaum gepasst.

48 Teilnehmer hatten sich in diesem Jahr am Betzinger Apfelfest beteiligt, „so viele wie noch nie, das ist Rekord“, freute sich Martin Großmann aus dem Werbebeirat des Gewerbevereins.

Natürlich machten die Läden in der Steinachstraße mit, viele der Betzinger Vereine brachten sich ein, Kirchengemeinden, sogar die Feuerwehr war vor Ort. Die musste glücklicherweise nicht löschen, sondern hatte ein Fahrzeug mitgebracht, in dem Groß und Klein zum Probesitzen eingeladen wurde. Einmal echtes Einsatz-Gefühl nachempfinden, sozusagen. Neben der großen Schar der Aussteller erschien schon am frühen Morgen auch die Zahl der Interessierten, der Einkäufer und Bummler rekordverdächtig: „So viel war beim Apfelfest um 10 Uhr noch nie los“, betonte Großmann.

Schön für die Veranstalter, schön für die Aussteller und schön auch für die Läden – da hat sich der Aufwand doch gelohnt. Ein Erfolg war zudem der Verkauf von Losen – Nieten gab’s nicht, wer nicht direkt was gewonnen hatte, konnte sich etwa bei der Gärtnerei Schlotterbeck pro Los einen Apfel abholen.

„Und unsere Tüten-Aktion war auch ein Erfolg“, berichtete Großmann. Zehn Betzinger Einkaufstaschen prall gefüllt mit Waren aus Betzinger Läden im Wert von 40 Euro wurden versteigert, „Einstiegspreis bei der Auktion war ein Euro“, erläuterte Martin Großmann. Bei der ersten Versteigerungs-Aktion wurden gleich 100 Euro für die fünf Taschen eingenommen, „das ist toll“, so Großmann. Hinzu kamen über den ganzen Tag verteilt „40 Attraktionen“, wie der Moderator von der Bühne in der Mitte der Steinachstraße vermeldete. Eine darunter war der Auftritt der Mädels des TSV Betzingen, die in T-Shirts und kurzen Hosen bei frischen Temperaturen mit erstaunlichen Künsten des Ropeskipping die Zuschauer anlockte. Als Lohn ernteten sie ganz viel Applaus.

Wer dann noch nicht genug gesehen hatte, konnte sich erklären lassen, wie man ein Seil herstellt, selbst aktiv werden beim Holzsägen oder beim Nägeleinschlagen des Fördervereins Ortskern oder auch selbst Apfelsaft pressen bei „Be4kids“.

Wer sich hingegen nicht betätigen wollte, sondern einfach „nur“ Freunde und Bekannte, Nachbarn und Verwandte treffen, sich unterhalten – auch dafür war an einigen Tischen Raum vorhanden. Das Fazit des 6. Betzinger Apfelfests: eine rundum gelungene Veranstaltung. Norbert Leister