Jugend Schaff Dir Deine Welt

Zwei Teilnehmerinnen des Projekts, Stella Lauria (links) und Pelda Duygu, zeigen Stellas Zeichnungen. Links sieht man eine kurdische Uniform.
Zwei Teilnehmerinnen des Projekts, Stella Lauria (links) und Pelda Duygu, zeigen Stellas Zeichnungen. Links sieht man eine kurdische Uniform. © Foto: Jana Walz
Reutlingen / JANA WALZ 12.07.2014
Rund um das Thema "Diskriminierung" haben Jugendliche im Projekt "Create your world" gezeichnet, interviewt und musiziert. Heute startet die Ausstellung unter dem Motto "Das bedeutet mir total viel".

Der Fachdienst Jugend, Bildung und Migration hat mit seinem neuen Projekt "Create your world" Jugendliche überzeugt, sich kreativ mit dem Thema "Diskriminierung" zu beschäftigen. Heute, Samstag, 11 bis 17 Uhr, ist die Ausstellung der entstandenen Werke in der Lindenstraße 35 zu sehen.

"Ein großer Teil des Projekts besteht darin, die Jugendlichen zu stärken, sie sollen zeigen, was ihnen wichtig ist", sagt die Tübinger Künstlerin Hanna Smitmans, die bei dem Projekt mitarbeitet, seit es besteht. In Zusammenarbeit mit dem Kurdischen Kulturverein gibt die Bruderhaus-Diakonie seit Herbst 2013 Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit ihren Erfahrungen im Bereich "Diskriminierung" zu beschäftigen.

Kreative Auseinandersetzung mit Wünschen, Visionen und eigenen Diskriminierungserfahrungen sind somit Bestandteil des Projekts. "Es ist schön zu sehen, wie das Thema die Jugendlichen berührt und welche Stärken sie entwickeln, ihren eigenen Weg zu gehen", sagt Marjam Kashefipour, Mitarbeiterin der Bruderhaus-Diakonie.

Nach wochenlanger Arbeit ist ein Video zustande gekommen, die Idee dazu hatte Pelda Duygu, die am Projekt teilnahm. Die 16-jährige Schülerin hat kurdische Wurzeln und kam daher auf den Gedanken, ein Musikvideo dazu zu drehen. In kurdischen Kleidern und Uniformen singen, laufen und arbeiten Pelda und ihre Freundin Stella Lauria in dem zum Nachdenken anregenden Film.

Stella Lauria, die durch die Schule von dem Projekt erfahren hat, drückt ihre Erfahrungen und Gefühle mit eindrucksvollen Zeichnungen und Tänzen aus Tahiti aus. "Meine Mutter ist aus Tahiti, deshalb tanze ich diese Tänze", erzählt die talentierte 16-Jährige. Auf den Zeichnungen kann man von Liebe bis Gewalt alles erkennen, eine Mutter, die ihr Baby küsst, ein Soldat, der in die Ferne blickt, oder zwei Männer, die sich schlagen. In einem weiteren Film haben die Jugendlichen andere Leute zum Thema "Diskriminierung" und deren Erfahrungen in diesem Bereich interviewt.

Die Arbeiten sind heute, Samstag, 11 bis 17 Uhr, in dem leer stehenden Laden in der Lindenstraße 35 zu sehen. Auf dem Programm steht ein offener Workshop von 11 bis 13 Uhr, bei dem alle Jugendlichen, nicht nur die Teilnehmer des Projekts, selbst ihre Erfahrungen künstlerisch verarbeiten können. Geleitet wird dieser Workshop von Hanna Smitmans.

Ab 14 Uhr wird dann die Ausstellung, die das Projekt beendet, eröffnet. In drei liebevoll gestalteten Räumen werden, begleitet von Live-Musik und Tanzbeiträgen der Jugendlichen, selbst gezeichnete Bilder und Kleider und Uniformen aus Kurdistan ausgestellt sowie die gedrehten Videos gezeigt. Für das Wohl der Besucher wird mit kleinen kurdischen Häppchen gesorgt.