Peter Barth und Gisela Rohnke haben den kleinen Skulpturenpark zusammengestellt - und zwar an einem vertrauten Ort: auf einer saftigen Wiese außerhalb, dort, wo das Ehepaar einst selber Schafzucht betrieben hat. Mit ihrem Ausstellungsparcours aus vier Objekten wollen die beiden"Kunst und Landwirtschaft verbinden", wie Barth erläutert.

Und so kommt es dort zu einem skurrilen Treffen - pflanzenfressende Schafe weiden in unmittelbarer Nähe einer fleischfressenden Pflanze: nämlich direkt neben einer Skulptur, die mit ihren roten Riesenmäulern und spitzen Borsten fatale Ähnlichkeit mit der berüchtigten Spezies namens Venusfalle hat."Ironische Begegnung - und sie frisst doch", heißt denn auch Gisela Rohnkes wunderliches, überlebensgroßes Gebilde, das erstaunlich gut auf die fette Weide passt.

Eine Ballettformation fesselt die Besucherblicke weiter unten auf der Wiese: Gisela Rohnkes drei Objekte"Tanz" wirken wie choreographisch bewegte Geisterfiguren, von denen nur die Röcke sichtbar sind - eine Installation, die auf Oskar Schlemmers"Triadisches Ballett" (1920/21) Bezug nimmt.

Auch Peter Barths"Flügelhaus" bringt Bewegung in die beschauliche Landschaft, denn die kleine, auf dünnen Stelzenbeinchen stehende, mit Schwingen ausgestattete Hütte scheint tatsächlich beflügelt durch die Lüfte zu segeln. Daneben fällt eine zierliche, ebenfalls flügelähnliche Skulptur auf, mit der Peter Barth den Grundlinienschwung der berühmten griechischen"Nike von Samothrake" zitiert, eine zu Ehren der Siegesgöttin gefertigte Marmorstatue, die heute im Louvre steht. Bezugsreich flankiert wird diese im Landeanflug befindliche Göttin von einem Eisenprofil des Flugfahrradbauers und Visionärs Gustav Mesmer, dem"Ikarus von der Alb", der seine letzten Jahre in Buttenhausen auf der Alb verbracht hat.

Zu den Initiatoren des kleinen Parcours"Kunst am Hang" gehören neben Barth und Rohnke auch der Metallbauer Günter Fink sowie das Sammlerpaar Melanie und Jürgen Stotz. Der Park mit Skulpturen, die mit Ausnahme des Mesmer-Profils bereits auf Ausstellungen in der Region zu sehen waren, soll erstmal bis Jahresende zu besichtigen sein.