Kulturscheune und Kinderbetreuung waren die beiden großen Themen, die Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid auf Einladung des Vereins Kulturscheune in Oferdingen erwarteten. Beides Projekte, die vornehmlich durch bürgerliches Engagement vorangetrieben werden. "Das Bürgerengagement besteht schon seit Jahrzehnten", bestätigt der frühere Ortsvorsteher Dieter Gehr. Diesem ist es laut Stefan Dvorak, Amtsleiter Stadtplanung und Vermessung, auch zu verdanken, dass Projekte wie der Kinderspielplatz Riedgraben sowie die Kulturscheune und die lebendige Ortsmitte so gut vorankommen. Zumal auch ein großer finanzieller Teil vom Ort selbst erbracht werde, wie Dvorak betont. Zudem erhoffe man sich Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum.

"Das wird in zwei Jahren ein ganz anderer Platz sein", ist sich Dvorak sicher. Wie gut sich die Oferdinger Ortsmitte bereits jetzt für bunte Veranstaltungen eignet, zeigte der Kinderchor des Liederkranzes, der "Ein echt cooler Träumer" schmetterte sowie die Vorführung der Hip-Hop-Gruppe des TSV Oferdingen.

Beeindruckt zeigt sich Schmid nicht nur von der Idee einer Kulturscheune als Gemeinschaftsprojekt für alle im Ort, auch die Scheune selbst, die laut Architekt Stefan Raab genau am richtigen Platz in Oferdingen steht, hat es ihm angetan. Daher ließ er sich bei einem Glas Apfelsaft das künftige Aussehen und die Funktion von Vereinsvorsitzenden Albrecht Henes genau erklären. Dient die Scheune derzeit noch als Lagerstätte, wird sie in naher Zukunft mit einer Bühne ausgestattet sein, die von innen wie außen bespielbar ist. Sanitäranlagen und eine kleine Küche vervollständigen das künftige Kulturdomizil. Die nächste Fußballweltmeisterschaft samt Public Viewing kann also kommen, denn daraus entstand zur Welt- und Europameisterschaft 2006 und 2008 erst die Idee einer Kulturscheune, wie Henes erzählt.

Da Nils Schmid daneben auch das Thema Kinderbetreuung sehr interessiert, führte der Ortsumgang ihn am Rathaus und Seniorenzentrum vorbei an den neuen Spielplatz Riedgraben. Vor den Bauzäunen wartete bereits eine mächtig aufgeregte Kinderschar. "Ihr wartet schon auf den neuen Spielplatz?", fragte Schmid mit einem Lächeln. "Wir waren vorhin schon drinnen", verrieten die Kinder und versicherten, dass die Spielgeräte alle sicher sind.

Rund 450 Stunden Arbeit haben die Eltern an fünf Samstagen investiert, weiß Jürgen Nickel, Vorsitzender der Elterninitiative Spielplatz Riedgraben. Bereits im vergangenen Herbst wurde das Gestrüpp gerodet und eine neue Hecke angelegt. Nun erstreckt sich eine riesige Abenteuerlandschaft mit großer Freifläche hinter dem Bauzaun. "Dies ist ein weiteres gutes Beispiel für den Zusammenhalt im Ort und für die Gemeinschaft", würdigte Schmid diesen Einsatz, der ihm zudem zeige, was für ein toller Ort Oferdingen sei.

Schmid, Nickel und Bezirksbürgermeister Ralph Schönenborn eröffneten dann den Spielplatz offziell. Für die Kinder gab es nun kein Halten mehr und auch Nils Schmid ließ sich von der Spiellaune anstecken und hüpfte eine Runde mit der Jugend auf dem Trampolin. Zu guter letzt musste Schmid noch auf die Deutschlandspiele der Europameisterschaft tippen. Durchaus positiv für Deutschland fielen seine Ergebnisse aus, sodass Deutschland trotz eines Unentschiedens gegen Dänemark den Gruppensieg davontragen wird, ist der Politiker guter Dinge.