Die ersten warmen Mittagessen „to go“ konnten am 23. April vergangenen Jahres kostenlos ausgegeben werden, 17 Essen waren es an diesem ersten Tag. Bis Mitte Mai 2020 gab es am Dienstag und Donnerstag ein warmes Essen, dann kamen an den verbleibenden drei Werktagen Lunchpakete hinzu.
Schnell stieg die Zahl der Menschen, die sich über ein Mittagessen und die Vesperpakete freuten. Inzwischen kommen oft über 100 Menschen ins S-Haus, viele regelmäßig. Im Rückblick ist klar: Das hatte im S-Haus so niemand erwartet. Nicht die Anzahl und auch nicht den Bedarf. Und erst recht nicht die Dauer.

Viele Menschen sind bereit, zu helfen

Zwischen der kurzen Schließzeit, bedingt durch den ersten Lockdown, lagen wenige Wochen, in denen die kostenfreie Essenverteilung organisiert und die Finanzierung geklärt wurde. Doch es waren und sind viele Menschen bereit, diese Aktion tatkräftig ehrenamtlich zu unterstützen. Weitere wertvolle Hilfe kam von der Bürgerstiftung Reutlingen und Reutlinger Einzelhändlern sowie durch die Aktion Mensch, befristet bis Ende 2020.

Es fehlen Mittel

Seit 2021 wird das Hilfsprojekt ausschließlich über Spendengeldern finanziert. Allerdings ist ungewiss, wie lange das Angebot in dieser Form bestehen bleiben kann – momentan gehen die Verantwortlichen von ein paar weiteren Wochen aus. Eine längerfristige Planung und Aussage über die Weiterführung des kostenfreien Mittagstisches sind derzeit nicht möglich, dafür fehlen einfach die notwendigen Mittel.
Trotzdem: Das Team im Reutlinger S-Haus freut sich, dass so viele Menschen erreicht und ihnen geholfen werden konnte. Die kostenfreien Mittagessen seien eine Gemeinschaftsaktion, die zeigt, was gesellschaftlicher Zusammenhalt bewirken kann. So konnten seit Beginn der Akuthilfe 12 933 Essensportionen ausgegeben werden.