Die Metallarbeitgeber in den Regionen Reutlingen und Tübingen haben Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles aufgefordert, ihre Pläne für eine befristete Teilzeit mit Rückkehrrecht in Vollzeit nicht mehr weiterzuverfolgen. „Auf den ersten Blick mag das Vorhaben vielleicht verlockend klingen. Aber in der Praxis würde ein solches Gesetz mehr schaden als nützen“, sagte Reiner Thede, Vorsitzende der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen.  „Ein solcher befristeter Teilzeitanspruch würde die Unternehmen und die übrigen Arbeitnehmer schlichtweg überfordern.“

Wenn  ein Mitarbeiter heute in Teilzeit gehe, könne der Arbeitgeber eine weitere Teilzeitstelle unbefristet besetzen. „Künftig könnten die Ersatzkräfte aber nur noch befristet eingestellt werden bis der Stammbeschäftigte wieder in Vollzeit zurückkehrt. Solche Jobs wären aber das Gegenteil von dem, was die Politik doch erklärtermaßen haben will“, erklärte Dr. Jan Vetter, Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Reutlingen. „Zudem lassen sich qualifizierte Ersatzkräfte in Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie schon heute kaum als Teilzeitbeschäftigte finden, geschweige denn mit Befristung.“

Die Folge wäre, dass viele Unternehmen die Arbeit entweder auf die verbliebene Belegschaft verteilen oder ihre Kapazitäten reduzieren und Aufträge ablehnen müssten, sagte Thede.

Wenn Beschäftigte nicht in Vollzeit zurückkehren können, liege dies meist nicht an betrieblichen, sondern an privaten Gründen, etwa einer fehlenden Kinderbetreuung. Die Arbeitgeber hingegen stünden den Wünschen ihrer Beschäftigten nur selten im Wege, wenn diese ihre Arbeitszeit wieder verlängern möchten, so Vetter: „In der Metall- und Elektroindustrie scheitert die Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit in unter zwei Prozent der Betriebe.