Projekt Riesen-Aufwand belohnt mit Riesen-Spaß

Während am Freitagabend die „Lederrebellen“ die Dirndl-Fraktion musikalisch beglückte, ging es am Samstagabend mit der „Filiale Süd“ rockiger zu im riesigen Mittelstädter Festzelt.
Während am Freitagabend die „Lederrebellen“ die Dirndl-Fraktion musikalisch beglückte, ging es am Samstagabend mit der „Filiale Süd“ rockiger zu im riesigen Mittelstädter Festzelt. © Foto: Norbert Leister
Mittelstadt / NORBERT LEISTER 26.07.2016
Es war das erste gemeinsame Festprojekt der beiden Mittelstädter Vereine: Drei Tage Feiern, das war nicht nur Spaß, aber der Spaß kam nie zu kurz.

Die Stimmung drohte regelrecht überzuschwappen als die „Lederrebellen“ am Freitagabend vor fast 1000 Zuhörern das riesige Festzelt am Neckarufer zum Beben brachten. „90 Prozent der Besucher kamen in Dirndl und Lederhosen“, sagte Stefan Sautter als einer der Veranstalter von der Narrenzunft Brühlbärbel. Nur einen Abend später war Kontrastprogramm angesagt, da kamen zwar nicht ganz so viele Besucher, die sich die „Filiale Süd“ anhören wollten – dafür schaffte es die Rock- und Popband aber ebenfalls, die Partylaune im Zelt bis nahezu zum Siedepunkt zu bringen.

Also: Zweimal Musik ohne Ende bis weit in die Nächte hinein, am darauf folgenden Sonntagmorgen standen die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Festwochenendes aber wieder topfit da, um beim Festzelt-Gottesdienst ebenso teilzunehmen wie beim Frühschoppen hinter den Theken, als Bewirtung, Organisatoren, Kassenwarte und noch viel, viel mehr. „Und Sonntagabend spielt dann die Seniorenkapelle – und das war’s dann“, warf Andrea Lauxmann am Samstagabend schon mal einen Blick zurück auf das Festwochenende.

Das mag sich nach überschaubarem Aufwand anhören, allerdings war der Weg „von der Schnapsidee bei der Fasnet 2015“, so Sautter, bis hin zur Umsetzung solch eines Events ein langer. Und ein aufwendiger. „Wir haben gefühlte 8000 Festausschusssitzungen abgehalten“, so Lauxmann als Vorsitzende des Musikvereins Mittelstadt. Wie es überhaupt dazu kam, dass die Narrenzunft und der Musikverein solch ein gemeinsames Projekt starteten? „Ich bin in beiden Vereinen“, lautet die knappe Antwort von Andrea Lauxmann.

Und weil doch der Musikverein dieses Jahr seinen 105. Geburtstag begeht, das aber irgendwie doch kein richtiges Jubiläum ist, wurde mit den Narren  der Gedanke eines Bierfests geboren. Weil doch 2016 das Bier-Reinheitsgebot 500 Jahre alt wird. Bis die Schnapsidee tatsächlich in einem Bierfest endete – das war mit unheimlich viel Arbeit verbunden. Und: Die Entscheidung dafür verlief demokratisch, „wir haben unsere Vereinsmitglieder gefragt und die waren einverstanden“, sagte Sautter ganz nüchtern.

Wie viel Organisation und Logistik solch eine riesige Veranstaltung erfordert, das wurde dem Festausschuss aus je vier Mitgliedern beider Vereine dann aber erst nach und nach bewusst – „auch wenn wir sehr festerfahren sind“, so Lauxmann. Beide Vereine hatten nämlich ihre jeweiligen, spezifischen Erfahrungen einbringen können. Die einen kennen sich beim Barbetrieb aus, die anderen „sind Essens- und Getränkespezialisten“, so die Musikvereins-Vorsitzende. Sie hat im Übrigen die Planung solch eines Festes mit dem Bau eines Hauses verglichen: „Wenn man dann drin wohnt, ist alles Vorherige vergessen.“ Ja, stimmte Stefan Sautter zu, „das stimmt, als sich schon am Freitagabend viele Besucher bei uns bedankt haben für das tolle Fest, da fiel mir ein Stein vom Herzen“.

Allerdings sei eines klar: Ohne all die Sponsoren, die nicht nur Geld, sondern auch Maschinen und „Manpower“ zur Verfügung stellten, „hätte das Ganze nie funktioniert“, so Stefan Sautter. Und wann ist das nächste gemeinsame Projekt geplant? Lauxmann und Sautter lachen herzlich. „Fragen Sie mich Mitte August noch mal“, sagte er. Und Lauxmann ergänzt: Nach dem Fest zum 90. Geburtstag des Musikvereins habe sie sich geschworen, solch eine große Veranstaltung nie wieder zu organisieren. Aber der Erfolg des vergangenen Wochenendes scheint doch irgendwie auch Motivation für weitere Großprojekte zu sein. Oder? „Na ja“, sagen beide. So alle paar Jahre könne man das vielleicht schon stemmen. Allerdings unter Vorbehalt. Denn die Vereinsmitglieder müssten natürlich mitziehen.

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