Eningen Richtungsweisende Entscheidung Rat vergibt Konzession für Gas- und Stromnetz

Eningen / ANNE LEIPOLD 06.10.2012
Der Gemeinderat wählte eine sichere und preisgünstige Lösung. Die Konzession für das Gas- und Stromnetz geht an Gemeindewerke und Fair-Energie.

"Es ist eine richtungsweisende Entscheidung für die nächsten bis zu 20 Jahren", machte Bürgermeister Alexander Schweizer in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend deutlich. Dabei geht es um die Konzessionsvergabe für das Eninger Gas- und Stromnetz. Gewählt haben die Räte zwar ein länger währendes Verfahren, dafür aber entspricht die Lösung jetzt ihren Vorstellungen: Sie sei sicher, preisgünstig, effizient, umweltverträglich und verbraucherfreundlich, zählte Schweizer auf. Beauftragt wurde hierfür die Stuttgarter Rechtsanwaltsgesellschaft PricewaterhouseCoopers Legal (PWC).

Die Bewerber wurden in den Kategorien optimaler Betrieb, kein finanzielles Risiko, Mitsprache bei Durchführung und Organisation der Versorgung sowie Einfluss auf Investitionen, Kündigungsmöglichkeiten vor Ablauf von 20 Jahren und schließlich einer klaren Endschaftsklausel samt regelmäßigen Berichtspflichten gegenübergestellt.

Bei der Entscheidung für das jeweilige Netz ging es dabei letztendlich um Nuancen, erläuterte PWC-Rechtsanwalt Christopher Siebler. Gegen die Fair-Energie setzten sich beim Gasnetz die Eninger Gemeindewerke durch. "Wir sind froh, dass wir zu diesem konstruktiven und sinnvollen Ergebnis gekommen sind", stimmte Dr. Joachim Sabieraj (CDU) der "zielführenden und zukunftssicheren" Entscheidung zu. Nicht zuletzt weil hier nicht der billigste Bieter zähle, sondern das Ergebnis, das am ehesten den Kriterien des Gemeinderats entspreche. Dem konnte Hans Armbruster (SPD) nur zustimmen. "Das gewählte Verfahren ist eindeutig und entspricht in den Kriterien und deren Gewichtung dem, was die Gemeinde wollte."

Zu einer zufrieden stellenden Lösung kam es bei der Konzession für das Stromnetz. Während sich bislang die EnBW mit einem kleinen Stromnetz auf der Eninger Weide und die Fair-Energie im Eninger Kerngebiet die Stromkonzession geteilt haben, kommt diese "Zwitterlösung" nun endlich vom Tisch, wie Gerd Sonntag (FWV) bemerkte. Auch hier nur "einen Hauch" besser nämlich schnitt die Fair-Energie gegenüber der EnBW in der Bewertung ab. Gerade beim Stromnetz ist den Räten die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung wichtig, hier würden sich die Anforderungen schneller verändern als im Gasnetz, betonte Sabieraj.

Bei dieser Entscheidung könne sich stufenweise gelöst und somit flexibel auf Veränderungen reagiert werden. Bedenken allerdings äußerte Eckhard Hennenlotter (CDU) ob der derzeitigen großen Nachfrage bei der Fair-Energie. Er habe gelesen, dass diese einen regen Zulauf aus den Nachbargemeinden zu verzeichnen hat. Ob das Reutlinger Versorgungsunternehmen denn da noch die gewohnte Qualität leisten könne, fragte er in die Runde. Optimistisch blieb da der Schultes: Man müsse der Fair-Energie schon zugestehen, dass sie selbst am besten einschätzen könne, welches Auftragsvolumen sie bedienen kann.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel